Forum zu den Bad Hersfelder Festspielen: SPD und Grüne stellen Konzept vor

Plädoyer für Holk Freytag

Riesiges Interesse: Beim Festspielforum von SPD und Grünen im Konferenzraum der Stadthalle reichten gestern die Stühle nicht aus. Immer wieder spendete das Publikum Beifall für die Arbeit des entlassenen Intendanten Holk Freytag. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. Zu einem Plädoyer für den Verbleib des entlassenen Intendanten Holk Freytag geriet gestern das Diskussionsforum zu den Bad Hersfelder Festspielen in der Stadthalle, zu dem die Stadtverordnetenfraktion von SPD und Grünen eingeladen hatte. Im überfüllten Saal stellten die Veranstalter zudem ein Konzept vor, das Perspektiven für das in die Schlagzeilen geratene Theaterfestival aufzeigen sollte.

Holger Schultze, Intendant von Theater und Orchester Heidelberg, führte das Renommee der Festspiele ganz wesentlich auf die Arbeit von Holk Freytag und dessen Kontakte zurück, durch die auch anderswo begehrte Darsteller und Regisseure nach Bad Hersfeld gekommen seien. Das Ziel müsse es deshalb sein, den Ruf der Festspiele zu schützen.

Jeder Wechsel kostet

Dass jetzt im September noch nicht klar sei, wie es in der nächsten Spielzeit weitergehen soll, das erfüllt Schultze jedoch mit Sorge. Er machte zudem deutlich, dass durch einen Wechsel des Intendanten auch eine finanzielle Schieflage drohe, weil Abfindungen gezahlt und neue Strukturen geschaffen werden müssten.

Im Übrigen äußerte der Theatermacher die Erwartung, dass die Achtung, die ein Jeder für sich selbst erwartet, auch anderen gewährt wird und spielte damit auf die berufliche Kompetenz eines Intendanten an. Abschließend plädierte Schultze dafür, „Holk Freytag weiter zu beschäftigen, denn der macht einen verdammt guten Job.“

Dass SPD und Grüne nicht wie angekündigt mit einem entsprechenden Antrag in die Stadtverordentenversammlung am kommenden Donnerstag gehen, begründete Monika Schmidt mit juristischen Gründen, weil das Parlament bei Personalentscheidungen kein Mitspracherecht habe. Gleichwohl forderte die Parlamentarierin im Namen der Fraktion, dass der Intendantenvertrag von beiden Seiten zu erfüllen sei, weil das Geld für die Festspiele nicht für Abfindungen, sondern für Erfüllungen ausgegeben werden soll.

Das Gebot der Stunde

Schmidt relativierte außerdem die finanzielle Belastung, die die Festspiele für den städtischen Haushalt darstellen: Zum 5,1 Millionen-Etat steuerte die Stadt bisher einen Zuschuss von 1,1 Millionen Euro bei, den sie jetzt um 400 000 Euro kürzen will. Den Rest ihres Budgets finanzieren die Festspiele aus dem Kartenverkauf, Zuwendungen von Sponsoren und Spendern sowie Zuschüssen von Bund, Land und Kreis.

Großes Lob für Holk Freytag gab es auch aus dem Munde des Theaterkritikers Christoph A. Brandner aus Fulda, der die hohe Qualität der Ensembles und Inszenierungen rühmte.

Brandner sagte zudem, die Zusammenlegung von Schauspiel, Musical und Oper sei das „Gebot der Stunde“, um das Kerngeschäft der Festspiele zu stärken. Bericht unten

Von Karl Schönholtz

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