36 Kinder und vier Betreuer aus Weißrussland sind für drei Wochen in Bad Hersfeld

Pizza essen wäre toll

Sie fühlen sich wohl: Irene Adolph (ganz rechts), Elisabeth Acker-Kemmer (hinten links), Andrea Ide (hinten, fünfte von links) und Sabrina Zülch (zweite von rechts) freuen sich über die Begeisterung der Mädchen und Jungen aus Weißrussland. Foto: Schmidl

bad hersfeld. Auf dem Freigelände der evangelischen Jugendbildungsstätte am Frauenberg freuen sich 36 Kinder und Jugendliche aus Migilev in Weißrussland im Alter von acht bis 16 Jahren über das ideenreiche Spielangebot von Andrea Ide und Sabrina Zülch, beide Mitarbeiterinnen der evangelischen Jugend des Kirchenkreises Hersfeld.

Anreise per Bus

In dem schön gelegenen Haus ist die Gruppe drei Wochen lang auf Einladung des Vereins für Internationale Jugendarbeit zuhause. Hier essen und schlafen die Kinder und hier beginnt jeder Tag in der angrenzenden Kapelle mit einer liebevoll gestalteten Morgenrunde. Mit dem Bus sind sie aus ihrer Heimat angereist, wo die Menschen noch immer unter den Spätfolgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 leiden.

„Ein Paradies“

„Hier ist so eine frische Luft. Es ist das Paradies“, schwärmt Irina Kylowa, die Kinderärztin und gleichzeitig Leiterin der Gruppe ist. Unterstützt wird sie von einem Betreuer und zwei Betreuerinnen, die alle gut Deutsch sprechen. Die meisten Kinder sprechen Englisch und können sich somit bestens mit Irene Adolph unterhalten, der Vorsitzenden des gastgebenden Vereins.

Zum 20. Mal

Zum zwanzigsten Mal organisiert sie den Aufenthalt, ist jeden Tag mit den Kindern unterwegs oder besucht sie auf dem Frauenberg. „Um den Kindern die Erholung zu ermöglichen, brauchen wir Geld“, macht Irene Adolph deutlich. So ein Aufenthalt ist teuer, und der Zuschuss des Diakonischen Werks in Kassel reicht bei Weitem nicht aus. Jedes Jahr schreibt sie „Bettelbriefe“, denn jede Spende hilft.

Es sind aber vor allem die Mitglieder und die Freunde des Vereins, die das ganze Jahr über das nötige Geld sammeln. Allen voran Sabine Rohde, die mit regelmäßigen Bücherflohmärkten in der Bad Hersfelder Innenstadt einen ganz großen Beitrag leistet. Nicht zu vergessen das vorweihnachtliche Waffelbacken auf dem Gelände des Tegut-Marktes.

In diesem Jahr erleichterte zusätzlich eine großzügige Spende der Bürgerstiftung des Landkreises Hersfeld-Rotenburg die Finanzierung.

Froh und dankbar nehmen die Gastgeber und vor allem die jungen Gäste jedes Angebot für die Freizeitgestaltung an. Dreimal können sie dank der Großzügigkeit der Stadt Bad Hersfeld das Freischwimmbad in Bad Hersfeld besuchen. Auch das Kinderstück in der Stiftsruine, „Die Brüder Löwenherz“, haben sie gesehen. Die Volkstanz- und Trachtengruppe Tann gestaltet auch diesmal wieder einen bunten Nachmittag in der Besengrundhalle. Ausflüge in den Wildpark Knüll und auf die Sababurg im Reinhardswald stehen ebenfalls auf dem Programm.

Ein Ganztagsausflug führt auf Einladung der Familie von Trott zu Solz auf ihr Gut Bellers bei Raßdorf, wo die Bäume, die die Kinder aus Weißrussland vor fast zwei Jahrzehnten gepflanzt haben, inzwischen zu einem kleinen Wald herangewachsen sind.

Auf die Frage, wie man den Kindern eine besondere Freude machen könnte, antwortet Irene Adolph ganz spontan: „Mit Pizza“. Sicher gibt es in Bad Hersfeld und Umgebung einen Pizzabäcker mit einem großen Pizzaofen und einem großen Herz für Kinder.

Spendenkonto

Bei der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg kann jede kleine und große Geldspende auf das Konto Nr. 1003934, Bankleitzahl 53250000, unter dem Stichwort „Tschernobyl-Kinder“ eingezahlt werden. Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.

Von Gudrun Schmidl

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