Tauchlehrer, Reiseleiter, Webdesigner: Falk Hoffmeister aus Bebra lebt auf Lanzarote

Mit Pinguin Auge in Auge

Beeindruckend: Diese Fluke eines Glattwals hat Falk Hoffmeister vor der Küste Argentiniens aufgenommen. Dorthin führt er Touristen.

Bebra / Lanzarote. Falk Hoffmeister ist glücklich. Auch wenn er auf der kanarischen Insel Lanzarote manchmal sehen muss, wie er über die Runden kommt. Vor knapp elf Jahren zog er als Tauchlehrer in die Welt. Seitdem hat er mit Haien getaucht, seine italienische Lebensgefährtin beim Unterrichten kennen gelernt und in Argentinien Wale bestaunt.

Wie es ist, beruflich durch die Welt zu tingeln, hat Falk Hoffmeister durch seinen Dienst bei der Bundeswehr erfahren. Und zu schätzen gelernt. Nach seiner Ausbildung zum Industriemechaniker in Waldhessen hat er sich bei der Marine verpflichtet und lernt auf diese Weise vier Jahre lang die Welt kennen. In Ludwigshafen, seinem Stationierungsort, lernt er das Tauchen. Und liebt es.

Dort reift auch die Idee, als Tauchlehrer zu arbeiten. Dabei war es einer seiner Freunde, der immer davon schwärmte und Tauch-Zeitschriften unter dem Couchtisch hortete. Der Freund wagte den Schritt ins Ausland nicht. Falk Hoffmeister schon.

Durch Zufall landet er zunächst auf Malta, wo er zwei Jahre bleibt und sich zum Tauchlehrer ausbilden lässt. Darauf folgen zwei Jahre Ägypten, in denen er selbst den Hotelgästen das Tauchen beibringt. Auch nach Thailand und auf die Azoren bringt ihn sein Job. „Aber irgendwann wollte ich eine Heimat haben, wo ich auch Bilder an die Wand hängen kann und nicht nur aus dem Koffer lebe“, sagt Hoffmeister. Und weil es eine Stelle auf Lanzarote gibt, nimmt er sie an und seine Lebensgefährtin gleich mit auf die Kanaren.

Immer weniger Tauchbasen

Heute ist es jedoch nicht mehr so leicht wie noch vor zehn Jahren, sich den Lebensunterhalt damit zu verdienen, Touristen einen Einblick in die Unterwasserwelt zu verschaffen. „Das liegt an der wirtschaftlichen Situation weltweit. Viele Tauchbasen haben dicht gemacht. Heute gehen die Chefs eher selbst ins Wasser, als zusätzliche Lehrer anzustellen.“

Außerdem habe das Hobby, dass der 38-Jährige zum Beruf gemacht hat, irgendwann seinen Reiz verloren. Jetzt ist es wieder Hobby, ebenso wie das Fotografieren. Gerne erinnert sich Falk Hoffmeister aber daran, wie er mit einer Gruppe Touristen einem Hai begegnet ist: „Wir sind um die Ecke des Riffs gebogen und da war er: ein Weißspitzenriffhai. Bestimmt 1,20 Meter lang. Da haben wir uns ganz schön erschreckt. Er hat sich auch erschreckt und sofort das Weite gesucht“, sagt Hoffmeister und lacht.

Heute arbeitet der Bebraer als Reiseführer für einen Naturreisen-Veranstalter und führt Touristengruppen durch Argentinien, um ihnen dort riesige Wale zu zeigen. Ist Falk Hoffmeister nicht unterwegs, erstellt er als Webdesigner Internetseiten von seiner Wohnung in Costa Teguise aus, die er mit seiner Freundin und zwei Hunden teilt. Auch wenn Francesca ab und zu die Sehnsucht nach Italien packt, lieben die beiden es, das Leben auf Lanzarote. • Informationen zu den Fahrten, die Falk Hoffmeister als Reiseführer begleitet, gibt’s unter: www.whales-dolphins.com

Von Judith Strecker

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