Notfallprozedur kommt etwa zweimal pro Jahr vor

Piloten lassen über der Region Kerosin ab

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Piloten lassen über der Region Kerosin ab

Hersfeld-Rotenburg. Immer wieder wird im Luftraum über der Region Kerosin aus Passagierflugzeugen abgelassen. Das berichtete auf Anfrage unserer Zeitung der Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), Axel Raab.

Dies gelte, obwohl viele Flieger über der Region zum Landeanflug nach Frankfurt ansetzen und sich hier mehrere Luftfahrtstraßen befinden. Laut DFS war das Kreisgebiet von 2005 bis 2015 insgesamt 20 Mal betroffen. In diesem Jahr 2016 allerdings noch gar nicht, so Raab auf Nachfrage.

Der Grund ist immer ein Notfall, zum Beispiel, wenn ein Triebwerk kurz nach dem Start ausfällt oder ein Passagier akut erkrankt und das Flugzeug schnellstmöglich landen muss – aber wegen voller Tanks zu schwer dafür ist. Es besteht dann die Gefahr, dass es aufgrund der hohen Energie über die Landebahn hinausschießt, zudem kann das Fahrwerk Schaden nehmen.

Axel Raab: „Darum lässt der Pilot im Notfall so viel Treibstoff ab, bis er das maximale Landegewicht erreicht.“ Die Differenz zwischen Start- und Landegewicht kann zum Beispiel bei einem Jumbo-Jet (Boeing 747) über 100 Tonnen betragen. Das Ablassen des Kerosins muss in jedem Fall von der Flugsicherung genehmigt werden und unterliegt den Regeln der Internationalen Zivilluftfahrt Organisation (ICAO), versichert Raab. Es solle über möglichst unbewohntem Gebiet erfolgen und zwar in einer Höhe von mindestens 6000 Fuß, das entspricht in etwa 1850 Metern.

In 95 Prozent der Fälle würden Piloten das Fuel Dumping in deutlich größeren Höhen auf 5000 Metern oder höher auslösen, damit das zerstäubte Kerosin verdunstet. Am Boden sei später dann auch kein Kerosin mehr nachweisbar, berichtet Raab.

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