Jan Luley und David Frenkel mischten Jazz und Klassik bei der Grand Piano Night

Pianisten in Jeans und Jackett

Freudenjauchzer: Die beiden Pianisten Jan Luley (rechts) und David Frenkel begeisterten mit einer stimmungsvollen Mischung aus Klassik und Jazz. Foto: Teufel

Bad Hersfeld. Zwei Flügel und fast zwei Stunden Musikvergnügen, gab es bei der Dritten Grand Piano Night am Samstag. Viele Unterschiede, aber auch so einige Gemeinsamkeiten verbinden die renommierten Pianisten Jan Luley und David Frenkel, die ihrem Publikum in der Bad Hersfelder Stadthalle so einige Freudenrufe und viel Fußwippen entlockten. „Uns verbindet, dass wir beide zu Jackett und Hemd gerne Jeans tragen“, erzählte Luley. In den zwei Hälften des Konzertes zeigten die beiden aber weitere gemeinsame Vorlieben. Sie präsentierten jeweils einige Solostücke aus der klassischen Musik, einige aus dem Jazz und schließlich gemeinsam eine Verbindung beider Stile.

Mozart verjazzt

Weihnachtlich begann David Frenzel, ehemaliger Solopianist der Weißrussischen Philharmonie. Dieser spielte Variationen Mozarts über dem Thema von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, zu denen er selbst noch einige hinzukomponiert hatte. Bereits bei diesem ersten Stück ließ Frenkel das Hersfelder Publikum etwas von seinem Können und seiner Virtuosität erahnen. Es folgten vier klassisch interpretierte Werke von Händel, Chopin und Rachmaninow.

Gastgeber Jan Luley, der wortgewandt und humorvoll durch den Abend führte, übernahm mit seinem Soloteil. Er entführte das Publikum in die Musikwelt von New Orleans um die Jahrhundertwende und gab ein Programm aus Eigenkompositionen und bekannten Jazzkompositionen wie dem „Buddy Bolden Blues“ zum Besten. Dabei glänzte er mit einer Mischung aus Leichtigkeit und hervorragendem Klavierspiel und brachte die ersten Besucher dazu, mit den Füßen im Takt zu wippen.

Im ersten gemeinsamen Teil des Programmes interpretierten die beiden Männer vor allem klassische Stücke. Vom Bach-Menuett aus dem Klavierunterricht, denn Frenkel ist auch Klavierlehrer, über Mozarts „Rondo Alla Turca“ bis hin zum alten deutschen Schlager entwickelten die Männer stets einen wunderbaren Dialog der beiden Musikstile.

Tanzmusik und Anglerlied

Mit viel Gefühl und großem Können ließen ließen sie gegensätzliche Stücke des Öfteren in einer wunderbar stimmigen Mischung verschmelzen.

Die zweite Hälfte begann mit einem fetzigen Auftakt Luleys mit „Hallelujah I Love Her So“ von Rhtythm’n’Blues-Legende Ray Charles. Dabei bewies dieser durchaus auch sängerische Qualitäten und beklagte, dass heutzutage beim Jazz keiner mehr tanze. Es folgten weitere Jazz- sowie Klassikkompositionen, bevor die beiden Musiker mit einem „Anglerlied“, wie Luley die Schubert-Komposition „Die Forelle“ scherzhaft bezeichnete, ihr Programm schlossen. Das Publikum bedankte sich mit kräftigem Applaus.

Von Sabrina Ilona Teufel

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