Franz (SPD): Hausärztemangel auf dem Land

Pflegekräfte sollen Ärzte ersetzen

Dieter Franz

Hersfeld-Rotenburg. „Bis ins Jahr 2020 werden in ländlichen Gebieten 80 Prozent der Hausarztsitze nicht besetzt werden können“, sagt SPD-Landtagsabgeordneter Dieter Franz (Eschwege). Deshalb biete eine EU-Richtlinie die Möglichkeit, ärztliche Leistungen durch qualifiziertes Fachpersonal ausführen zu lassen.

Weil in unserer alternden Gesellschaft der Bedarf an medizinischer Versorgung steige, könnte mit der zusätzlichen Qualifizierung von Pflegekräften der künftige Ärztemangel in ländlichen Gebieten aufgefangen werden.

Durch eine weitreichende Qualifikation bestehe in einigen Jahren die Chance, Aufgaben, die bisher nur mit ärztlicher Ausbildung wahrgenommen werden können, durch Pflegekräfte ausführen zu lassen. Angestrebt werden soll eine Differenzierung der Pflegeberufe in einen berufsqualifizierenden und einen akademischen Ausbildungszweig, fordert Franz. „Dadurch wird die Attraktivität gesteigert und die Möglichkeit des eigenverantwortlichen Arbeitens und Handelns verbessert.“ Außerdem würden die beruflichen Leistungen in der Pflege so besser bezahlt. Durch die in der EU-Richtlinie geforderte zwölfjährige Schulzeit bleibe die Durchlässigkeit gewährleistet. Es aber werde sichergestellt, dass auch für junge Menschen mit einer Schulzeit von zehn Jahren die Möglichkeit bestehe, ohne Hochschulreife diese höhere Qualifikation in einem Pflegeberuf zu erreichen, erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete.

Speziell in den Regionen Werra-Meissner und Hersfeld- Rotenburg, die bedingt durch den demografischen Wandel auf eine medizinische Grundversorgung stärker angewiesen seien, könne damit dem Hausärztemangel entgegengewirkt werden. (ach) Foto: Forbert

Kommentare