Kommunen planen derzeit keine Sonderabgabe von bis zu 750 Euro

Pferdesteuer macht Reiter nicht scheu

Hersfeld-Rotenburg. Bis zu 750 Euro Steuern pro Pferd könnten im Jahr für Besitzer der edlen Vierbeiner künftig fällig sein. Das befürchtet der Landessportbund Hessen in einer Pressemitteilung. Der Hessische Städte- und Gemeindebund habe den Kommunen empfohlen, eine Pferdesteuer zu erheben. Die 20 Städte und Gemeinden im Landkreis planen jedoch derzeit nicht, eine solche Steuer einzuführen. Das teilten die Verwaltungen auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Wir haben alle mehr drüber gelacht“, sagt Ludwigsaus Bürgermeister Thomas Baumann. Mit einer Pferdesteuer ließe sich kein Haushalt sanieren. Auch in der Gemeinde Kirchheim sei die Pferdesteuer derzeit kein Thema, sagt Bürgermeister Manfred Koch. Solche Steuern seien gedacht, etwas zu regulieren. So sei eine Pferdesteuer in der Nachbargemeinde Oberaula vor einiger Zeit im Gespräch gewesen, weil Wanderwege durch Pferde beschädigt worden seien. Wenn keine Auflage von höherer Stelle komme, sei die Steuer nicht angedacht.

Noch seien Pferde gar nicht erfasst, sagt Hohenrodas Bürgermeister Jörg Schäfer. Daher müsse das Verhältnis von Aufwand und Nutzen geprüft werden. Der Verwaltungschef gibt zu bedenken, dass Gemeinden Einnahmen bräuchten. „Vielleicht ist auch bei uns einmal darüber zu sprechen“, sagt Schäfer. Zur Zeit sei die Pferdesteuer jedoch für ihn kein Thema.

Auch in Ronshausen sei noch keine Pferdesteuer geplant, sagt Bürgermeister Friedhold Zilch. „Im Zuge der Haushaltsberatungen wird man sicherlich darüber sprechen müssen“, sagt Zilch. „Wir müssen sehen, welche Hand- und Fußfesseln uns im Zuge des Rettungsschirms auferlegt werden.“

Auch Bebra will keine Pferdesteuer einzuführen, erklärt Bürgermeister Horst Groß. „Ebenso wenig ist beabsichtigt, eine Steuer für Hornochsen einzuführen“, fügt er schmunzelnd, mehrdeutig hinzu.

ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Jan-Christoph Eisenberg

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