Veterinäramt Hersfeld-Rotenburg bleibt aber in Alarmbereitschaft

Pferdeseuche: Verdacht im Kreis nicht bestätigt

Hersfeld-Rotenburg. Auch im Landkreis Hersfeld Rotenburg gab es zwei Verdachtsfälle von ansteckender Blutarmut bei Pferden, wie Amtstierarzt Dr. Günter Depta vom Veterinäramt bestätigte. Die für die Tiere sehr gefährliche, aber für den Menschen unbedenkliche Viruserkrankung war zuvor in Hessen bei fünf Pferden festgestellt worden.

„Die Lage ist durchaus als ernst einzuschätzen, auch wenn sich unsere Verdachtsfälle nicht bestätigt haben,“ so der Tierarzt. Erkrankte Pferde magern in der Regel unter Fieberschüben ab und können innerhalb weniger Wochen versterben, aber auch für längere Zeit an der Seuche leiden. Normalerweise kommt diese in Deutschland gar nicht vor, von Zeit zu Zeit wird sie jedoch aus anderen Ländern eingeschleppt. Wie in diesem Fall aus Rumänien.

Veterinär Depta ärgert sich, dass EU-Regulationen für Tierseuchen vermutlich durch ungenehmigte Transporte unterlaufen wurden. Sonst hätte man die Krankheit bei der Einfuhr entdeckt: „Wenn jemand ohne Untersuchung und gültige Papiere Tiere aus Ländern einführt, in denen die Blutarmut grassiert, ist das kriminell. Und es kann schlimme Konsequenzen für die einheimischen Pferde haben.“

Ist ein Pferd nachweislich an der Seuche erkrankt, muss es in jedem Fall eingeschläfert werden, um die Krankheit aus Deutschland fernzuhalten. So sieht es das Gesetz vor.

Blutproben von 309 nordhessischen Pferden wurden in den vergangenen Tagen im Landeslabor untersucht, keines von ihnen hatte sich mit dem Virus angesteckt, wie das Regierungspräsidium Kassel gestern meldete. Allerdings wurden neue aus Rumänien stammende Pferde entdeckt, deren Ergebnisse noch ausstehen.

Doch selbst wenn es derzeit keine neuen Fälle gibt, bedeutet das noch keine Entwarnung. Die Krankheit hat eine lange Inkubationszeit und könnte noch Monate nach einer Ansteckung bei den Pferden auftreten.

Hintergrund, Zum Tage

Von Irene Habich

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