Abschied von Dekan Ulrich Brill - Festgottesdienst nach über 22-jährigem Wirken

Pfarrer mit Leib und Seele

Chor und Orchester wirkten beim Abschiedsgottesdienst für Dekan Ulrich Brill mit. Kirchenmusik war ihm immer ein ganz besonderes Anliegen, weil sie Menschen verbindet und Emotionen hervorruft. Fotos: Apel

BAD HERSFELD. Mit einem auf Dekan Ulrich Brill zugeschnittenen, festlich-fröhlichen Gottesdienst mit viel Musik in der Stadtkirche und einem kurzweiligen Empfang mit leiblichen Genüssen im und rund ums Martin-Luther-Gemeindehaus nahmen Mitglieder der Bad Hersfelder Stadt- und Johannesbergkirchengemeinde, Pfarrerinnen und Pfarrer, Haupt- und Ehrenamtliche, Vertreter der Landeskirche, Kollegen und Freunde am Sonntagnachmittag Abschied vom ersten Mann des evangelischen Kirchenkreises Hersfeld.

Fast vier Stunden lang kam immer wieder zum Ausdruck, wie viele Sympathien sich Brill in über 22 Dienstjahren erworben hat. Wie er als fröhlicher, gerne lachender, leiblichen Genüssen nicht abholder Mensch Pfarrer, Seelsorger und Vermittler war – einer, der wie Pröpstin Sabine Kropf-Brandau es ausdrückte, eher um etwas bat als gleich zu fordern. „Dein Glaube hat Dich getragen, das hat man gespürt!“, rief die Vertreterin des Bischofs dem in Eschwege geborenen „Kurhessenkind“ zu, ehe sie ihm für seinen Dienst und dessen überall sichtbare Früchte dankte und ihn zum 1. August in den Ruhestand versetzte.

Die von Wehmut geprägten Abschiedsgrüße der politischer Gremien überbrachte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt: „Wir lassen Sie nicht gerne ziehen! Sie sind immer ein Pfarrer mit Leib und Seele gewesen – ein Mensch, der Nächstenliebe gelebt und Glück mit einem Lächeln in die Welt hinausgetragen hat!“

Fast immer einstimmig

Als Vertreter der Dekane des Sprengels Hersfeld stellte Prof. Dr. Helmut Umbach (Fritzlar) die Gastfreundschaft und die Führungsfähigkeiten Brills heraus. Pfarrer Volker Drewes betonte, dass es dem gerne Pfeife rauchenden Dekan gerade im Kirchenkreisvorstand gelungen sei, Sitzungen so geschickt zu lenken, dass es „fast immer einstimmige Beschlüsse“ gegeben habe. Darüber hinaus habe er die Einrichtungen des Kirchenkreises ins rechte Licht zu rücken gewusst.

Den Dank der Stadt- und Johanneskirchengemeinde formulierte Kirchenvorsteherin Helga Völker, die Brill mit einem Abguss des bei Meckbach gefundenen Ulenröder Kruzifixes überraschte, ehe dieser der versammelten Gemeinde und dem von Bezirkskantor Sebastian Bethge geleiteten Chor und Orchester „Kantate zum Mitwirken“ den Segen erteilte.

Halbe Stunde Händeschütteln

Eine halbe Stunde lang nahm sich Brill im Anschluss daran Zeit fürs Händeschütteln und Abschiednehmen. Ganz privat waren – trotz Hessentag in Kassel – auch Bischof Prof. Dr. Martin Hein und Prälatin Marita Natt nach Bad Hersfeld gekommen, um dem langjährigen Wegbegleiter Lebewohl zu sagen.

Von Wilfried Apel

Verabschiedung von Dekan Ulrich Brill

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