Cora Knochenhauer ist eine von 150 deutschen Teilnehmern beim World Jamboree

Mit den Pfadfindern nach Japan

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Cora Knochenauer ist eine von 150 deutschen Teilnehmern beim Welt-Pfadfinder-Treffen in Japan.

Bad Hersfeld. Obwohl Pfadfinder bei ihren Aktivitäten auf technische Spielereien weitgehend verzichten, hat sich Cora Knochenhauer auf ihrem Smartphone einen Countdown einprogrammiert. Denn schon in wenigen Tagen, am 17. Juli, beginnt für die 15-Jährige das große Abenteuer. Die Schülerin aus Bad Hersfeld fliegt als eine von 150 deutschen Teilnehmern zum World Jamboree, dem Welt-Pfadfinder-Treffen nach Japan.

In Kirara-hama in der Provinz Yamaguchi im Westen des Landes kommen 38 000 Pfadfinder aus 161 Nationen zum kulturellen Austausch zusammen. „Man darf nur einmal im Leben teilnehmen“, erklärt Knochenhauer. Alle vier Jahre findet die Veranstaltung in einem anderen Land statt. Mitmachen dürfen Pfandfinder im Alter von 14 bis 18 Jahren. „Die japanische Kultur hat mich gepackt“, berichtet die 15-Jährige, die das asiatische Land schon einmal bereist hat. Die dauerhafte Harmonie und Freundlichkeit der Japaner fasziniere sie. „So freundlich ist kein Deutscher.“

Für die Teilnahme musste Cora Knochenhauer sich bewerben. Weil der Reisepreis „nicht gerade günstig“ sei, habe sich der Andrang auf die Plätze aber in Grenzen gehalten. Die Kosten richten sich nach dem Bruttosozialprodukt, um auch Pfandfindern aus ärmeren Ländern die Teilnahme zu ermöglichen. „Eine gute Tat“, sagt Cora Knochenhauer, räumt aber gleich mit gängigen Klischees auf: „Wir verkaufen keine Kekse“, betont sie schmunzelnd.

Der Weg der 15-Jährigen zu den Pfadfindern ist eine ganz eigene Geschichte: Ihre Eltern seien von dem Lagerleben fasziniert gewesen, Cora Knochenhauer weniger. „Meine Begeisterung war gleich null“, berichtet die 15-Jährige. Eher widerwillig habe sie später eine Freundin zu den Pfadfindern begleitet. Dort sei der Funke übergesprungen. Seit 2009 gehört sie dem Bad Hersfelder Stamm Wisent an, der im Bund deutscher Pfadfinder (BdP) organisiert ist. Zum deutschen Kontingent gehören aber auch andere im Ring deutscher Pfadfinderverbände (RdP) organisierte Gruppen.

Die zehntägige Veranstaltung selbst findet auf einer ein mal drei Kilometer großen Fläche statt, auf der für diese Zeit eine eigene kleine Stadt entstehen wird. Das Treffen steht unter dem Motto „Wa – a spirit of unity“. „Der japanische Buchstabe Wa bedeutet unter anderem Einheit, Harmonie, Zusammenarbeit, Freundschaft und Frieden“, erklärt Cora Knochenhauer. Bis zu ihrer Rückkehr am 9. August stehen der Bad Hersfelderin aufregende Tage bevor: In jedem Teilbereich des Lagers werden Gilden – so werden die gemischten Gruppen aus den einzelnen Ländern genannt – aus unterschiedlichen Nationen zusammenleben, kochen und Kontakte knüpfen. Zudem gibt es Angebote aus sieben Themenbereichen zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Geplant seien ferner Besuche in mehreren japanischen Städten, die Teilnahme an der Gedenkfeier in Hiroshima und das Kennenlernen von Land und Leuten.

Cora Knochenhauer fiebert der Abreise schon entgegen: „So viele Leute, das ist bestimmt eine Erfahrung, die man nie vergisst“, sagt sie. (jce)

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