Sommergäste: Fischereiverein vermietet sein Heim an der Fulda an Cohibar-Wirt „Harry“

Petri heil und Cuba libre

Hadera Ghebru am Tor zu seinem neuen Biergarten auf der Unterau in Bad Hersfeld. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Hadera Ghebru, den Geschäftsführer der Cohibar an der Bad Hersfelder Breitenstraße, zieht es an die Fulda. Nicht ganz, aber zunächst einmal für diesen Sommer nutzt er als Untermieter des Bad Hersfelder Fischereivereins das Haus und das Gelände der Angler an der Fulda als Biergarten im Grünen.

Die Verträge dazu sind unter Dach und Fach, die städtischen Genehmigungen liegen vor und schon kniet sich der ausgebildete Hotelfachmann in sein neues Projekt und entrümpelt das Fischerheim. Die Außenanlage ist schon planiert.

Jetzt fehlt nur noch die Konstruktion für die Außenterrasse. Möglichst noch in der Woche vor dem Anpfiff zur Fußball-WM soll der Biergarten an der Unteraue am Start sein. Dann gibt es draußen eine Übertragung auf der Großbild-Leinwand und drinnen stehen Fernseher.

Der Betreiber der Cohibar will sich im Grünen ein zweites Standbein für den Sommer aufbauen, denn seine eigenen Möglichkeiten für eine sommerliche Außengastronomie zu Füßen des früheren Fernmeldehochhauses sind auf zwei Sonnenschirme und ein paar Stehtische für die Raucherschaft mehr als beschränkt. „Aber die Mutter-Bar bleibt natürlich auch auf“, verspricht Harry, der seit 1974 in Deutschland lebt und arbeitet.

Brunch mit Jazz

Er ist ausgebildeter Barkeeper, und fachmännische Drinks sind und bleiben die Seele seines Geschäfts. An der Fulda soll die Sommer-Cohibar mit Bier und Apfelwein locken. Auch den großen Grill des Vereins setzt „Harry“ in Betrieb. Und sonntags ist zu Jazz-Musik Brunch angesagt. „Diese Musik zum Frühstück, das ist das Beste, was es gibt“, schwärmt Harry. Wenn immer er ein Projekt anpackt, gilt für ihn das Motto: Kein Stress, keine Hektik, und folglich liegt ihm nichts ferner, als eine Konkurrenzsituation zum nahen Bootshaus aufzubauen.

Die Stadt Bad Hersfeld hat der baurechtlichen Umnutzung der Liegenschaft ebenso zugestimmt wie dem Abschluss des Nutzungsvertrages zwische Fischereiverein und Cohibar-Wirt. Der Fischereiverein ist selbst seit den 80er Jahren nur Pächter von Haus und Grundstück, die sich in städtischem Besitz befinden. Genutzt worden war das Haus zuvor vom Technischen Hilfswerk als Vereinsheim. Daran erinnert sich zumindest Roland Luley, der zweite Vorsitzende des Fischreivereins. .

Seit März wurde über die Übernahme der Fischerhütte verhandelt. Der Verein hat 400 Mitglieder und ist trotzdem knapp bei Kasse.

„Gerade im Sommer wird die Fischerhütte von den Mitgliedern kaum genutzt, obwohl das Haus eine Gaststättenkonzession hat“, berichtet Roland Luley. Die Angler zieht es dann mit Proviant, Klappstuhl und Schutzschirm an andere Ufer. Dann liegt das Gelände brach und es fällt dem Vereinsvorstand gar nicht so leicht, seine Liegenschaft in Schuss zu halten. So bot es sich nach Meinung des Vorstands an, das Haus im Sommer unterzuvermieten.

„Die Fischerhütte bleibt jedoch ein Vereinsheim“, bekräftigt Roland Luley, der zusammen mit dem ersten Vorsitzenden Jochen Krause das Führungsteam bildet. Eine Konkurrenz zu den nahen Vereinsheimen der Kleingärtner auf der Unter und der Oberau sieht der Fischereiverein nicht. Selbst ein Anleger und Boote hat der Fischereiverein. Die bleiben aber den Mitgliedern vorbehalten. Wer paddeln oder strampeln will, muss sich schon ans nahe Bootshaus wenden.

Von Kurt Hornickel

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