EU will Bienensterben stoppen – Auswirkungen auf Rapsernte

Pestizid-Verbot: Bauern erwarten Ertragsverlust

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Hersfeld-Rotenburg. Die Landwirte im Kreis Hersfeld-Rotenburg rechnen mit Ertragsverlusten. Grund dafür ist das geplante Pestizid-Verbot der EU. Betroffen ist davon vor allem der Rapsanbau in der Region. „Wie hoch die Schäden sein werden, ist nicht abzusehen“, sagt Thilo Frankfurt vom Kreisbauernverband.

Mit dem Verbot von drei Pflanzenschutzmitteln – den sogenannten Neonicotinoiden – will die EU Bienen schützen. Forscher vermuten, dass die Mittel für den Tod vieler Bienen verantwortlich sind. Einen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt es nach Angaben von Frankfurt nicht.

Das Verbot soll im Dezember in Kraft treten. Die Landwirte in der Region warnen bereits jetzt vor Ernteeinbußen und zusätzlicher Arbeit. „Der Rapsanbau wird sich für einige nicht mehr lohnen“, sagt Frankfurt.

Bei den verbotenen Insektiziden handelt es sich um Beizmittel. Die Saat wird vor dem Aussäen mit dem Mittel behandelt, erklärt Karl-Heinrich Claus aus Solz. Er ist Pflanzenbauberater beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Mit den Schutzmitteln könne gezielt gegen Schädlinge vorgehen. Außerdem hätten sie – anders als Spritzmittel – eine längere Wirkung. „Fallen die Mittel weg, müssen andere Wirkstoffe häufiger zum Einsatz kommen“, sagt Claus. Das bedeute nicht nur zusätzliche Arbeitsgänge für die Landwirte – auch Schädlinge könnten dann leichter Resistenzen gegen die vermehrt eingesetzten Mittel bilden.

Ganz ohne Pestizide kommt der Baumbacher Bio-Landwirt Harald Brandau aus. „Wir setzten auf biologische Mittel“, sagt er. Die Saatkörner vermischt er mit einem feinen Pulver aus Senfmehl. „Prinzipiell kann man die Saat nicht sicher vor Pilz- und Insektenbefall schützen“, sagt Brandau. Durch den Anbau von unterschiedlichen Pflanzen auf einem Feld, würden sich Krankheiten jedoch nicht so schnell ausbreiten. Zum Tage, Hintergrund

Von Verena Koch

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