Evangelische Kreissynode: Verzicht auf 4,25 Pfarrstellen – Projekte für Luther-Dekade

Personalsparplan steht

Schenklengsfeld. Die Synode des evangelischen Kirchenkreises Hersfeld hat am Samstag in Schenklengsfeld ihren Vorschlag zur Einsparung von Pfarrstellen in den kommenden Jahren verabschiedet.

Danach sollen vier von 29 Gemeindepfarrstellen abgebaut werden – sozial verträglich durch den Eintritt der Stelleninhaber in den absehbaren Ruhestand. Ferner soll noch eine viertel Funktionspfarrstelle eingespart werden. Mit 4,25 Stellen weniger käme der Kirchenkreis der Vorgabe der Landeskirchenleitung – 4,5 Stellen weniger – ziemlich nahe.

Hintergrund dieser Sparpläne sind rückläufige Mitgliederzahlen und damit verbunden auch weniger Einnahmen bei der Kirchensteuer.

Halbe und ganze Stellen

Jeweils eine halbe Gemeindepfarrstelle sollen die Regionen Werratal, Kirchheim, Asbach-Bad Hersfeld und Kerspenhausen-Niederaula verlieren, eine ganze Stelle der Bereich Schenklengsfeld-Hohenroda, eine 0,75-Prozent-Stelle die Region Ludwigsau.

Die Personalsparvorschläge waren von Arbeitsgruppen für die einzelnen Regionen des Kirchenkreises vorbereitet worden. Dekan Ulrich Brill wird sie jetzt zum Landeskirchenamt nach Kassel melden.

Vorgestellt wurde von Pfarrer Dr. Thorsten Waap (Heringen) eine Liste mit den bisher geplanten Veranstaltungen und Projekten zur laufenden Luther-Dekade, die 2017 mit dem Jubiläum 500 Jahre Reformation ihren Höhepunkt und Abschluss erreichen wird.

Festival in der Stiftsruine

Für das kommende Jahr ist ein Reformationsfestival am 1. Mai unter Mitwirkung der Bad Hersfelder Festspiele geplant. Es soll einen zentralen Gottesdienst in der Stiftsruine geben mit Spielszenen zu Luther und einer Rekonstruktion der Hersfelder Lutherpredigt von 1521, dazu in den Sommermonaten prominent besetzte Bibellesungen in der Stiftsruine.

Für 2012 sind unter der Überschrift „Reformation und Musik“ ein Luther-Musical und ein Kindermusical über den Reformator ins Auge gefasst, ferner ein großes Konzert in der Stiftsruine, eventuell mit dem Sänger Xavier Naidoo, und eine Orgel-Offensive in der Bad Hersfelder Stadtkirche.

Alle Großveranstaltungen werden durch Fachtagungen, Predigtreihen und Studienreisen im Jahresverlauf ergänzt.

Alterhoffs Rückblick

Einen persönlichen Rückblick auf ihre Jahrzehnte im kirchlichen Dienst gab die scheidende Prälatin Roswitha Alterhoff, die ihre Laufbahn als Pfarrerin 1972 in Bebra-Solz begonnen hatte – zehn Jahre, nachdem die Frauenordination überhaupt erst in der evangelischen Kirche eingeführt worden war.

Verabschiedet

Alterhoffs Nachfolgerin als Prälatin in Kassel wird die bisherige Pröpstin des Sprengels Hersfeld, Marita Natt. Sie und ihr Ehemann Reinhard, der als Oberpfarrer bei der Bundespolizei in Kassel tätig ist, wurden von der Vorsitzenden Inge Sehmer offiziell aus dem Kirchenparlament verabschiedet, ebenso wie der Frielinger Pfarrer Winfried Wehowsky, der in den Ruhestand geht.

Die Kreissynode war am Samstagmorgen mit einem Gottesdienst in der Schenklengsfelder Mauritiuskirche eröffnet worden, an dem auch der katholische Pfarrer Christian Sack aus Bad Hersfeld als Gast teilnahm. (z)

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