Operettengala des Chorvereins mit überzeugenden Solisten und Walzerseligkeit

Perlend wie Champagner

Mit Feuer und Leidenschaft: Sopranistin Tatjana Charalgina begeisterte bei der Operettengala des Chorvereins Bad Hersfeld mit dem Johann-Strauß-Orchester Frankfurt. Fotos: Landsiedel

Bad Hersfeld. Vom Fuldatal mitten ins im Dreivierteltakt schlagende Herz der österreichischen Donau-Metropole ging die musikalische Reise mit dem Frankfurter Johann-Strauß-Orchester am Donnerstagabend in der ausverkauften Bad Hersfelder Stadthalle.

Bereits zum 16. Mal begrüßte der Chorverein Bad Hersfeld mit seiner Operetten-Gala das neue Jahr und ließ für rund drei Stunden die goldenen Zeiten des Wiener Walzers wieder aufleben. Mit Arien, Duetten, Ouvertüren und Walzern von Johann Strauß Vater und Sohn, Josef und Eduard Strauß sowie Oskar Straus präsentierten Helgo Hahn, Hans Jürgen Dietz und das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt einmal mehr eine beschwingte Mischung unvergeßlicher Melodien. Kein Wunder, daß es auch nicht lange dauerte, bis sich in der Stadthalle Wiener Walzerseligkeit einstellte und die Füße im Dreivierteltakt wippten.

Mit der aus Jekaterinenburg (Ukraine) stammenden Sopranistin Tatjana Charalgina und dem Essener Tenor Stefan Lex standen zwei großartige Solisten auf der Bühne, die das Publikum von Anfang an begeisterten und immer wieder zu Applaus und Bravo-Rufen hinrissen. Zu den Glanzpunkten zählten sicherlich die Arien „Leise, ganz leise klingt’s durch den Raum“ aus dem Walzertraum, „Wiener Blut“ aus der gleichnamigen Operette von Johann Strauß Sohn sowie das „Uhren-Duett“ und das „Champagnerlied“ aus der Fledermaus.

Durch das Programm führte charmant und humorvoll hr-Fernsehmoderator Thomas Ranft („alle wetter!“, „alles wissen“), der mit erstaunlich viel Hintergrundwissen bewies, dass er nicht nur „Wetter“ kann. Auch diesmal wurde das Neujahrskonzert übrigens wieder von der Hersfelder Zeitung und der Kreisstadt Bad Hersfeld unterstützt.

Bei den Zugaben drehte das Johann-Strauß-Orchester mit der schnellen Polka „Unter Blitz und Donner“ noch einmal richtig auf. Dass es dann beim abschließenden „Radetzky-Marsch“ kaum noch jemanden auf den Sitzen hielt, bedarf eigentlich ebenso wie der stürmische und langanhaltende Schlussapplaus keiner gesonderten Erwähnung mehr.

Von Thomas Landsiedel

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