Die Gewinner des Märchen-Wettbewerbs wurden in Bad Hersfeld präsentiert

Elf Perlen für die Region

Ziehen sich zurück, um in nordhessischen Hotels moderne Märchen zu verfassen (hintere Reihe, von links): Ellen Wesemüller, Christina Maria Landerl, Joseph Felix Ernst, Sascha Macht, Rabea Edel und Marjana Gaponenko. Ebenfalls ein Stipendium erhielten (vordere Reihe, von links): Barbara Schinko, Constantin Göttfert, Mónika Koncz, Katharina Bendixen und Nancy Hünger. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Zwei Jahrhunderte sind vergangen, seit sich Jacob und Wilhelm Grimm von den urigen Fachwerkstädtchen und der waldreichen Landschaft Nordhessens zu ihren Kinder- und Hausmärchen inspirieren ließen. Im Jubiläumsjahr Grimm 2013 ist es nun an der Zeit, den weltberühmten Geschichten einen modernen Anstrich zu geben. Zusammen mit dem Regionalmanagement Nordhessen hatte die Stiftung Brückner-Kühner den Märchen-Literaturwettbewerb „Elf Perlen“ ausgeschrieben, in dem sich junge, deutschsprachige Autoren um Stipendien bewerben konnten.

„Die Resonanz war überwältigend“, sagt Dr. Friedrich Block, Leiter der Stiftung Brückner-Kühner. Über 130 Bewerbungen aus ganz Europa erreichten die fünfköpfige Jury des Perlen-Literatur-Wettbewerbs, allesamt Lektoren namhafter Verlage.

Gewinner stellen sich vor

Am Dienstagabend wurden nun die elf erfolgreichen Literaten im Bad Hersfelder Erlebnis-Museum wortreich vorgestellt. Die Stipendiaten stammen aus Deutschland, Österreich, Serbien und der Ukraine.

In der Kurstadt stellten sich die Perlen-Autoren mit fünfminütigen Kostproben aus ihrem Werk vor. Vorgetragen wurden sehr unterschiedliche und kurzweilige Passagen aus zum Teil noch unveröffentlichten Romanen und Erzählungen sowie Gedichte. Nach den Lesungen nahmen elf Hoteliers aus den führenden Häusern der Region Nordhessen jeweils einen Literaturgast in Empfang. Für eine Woche werden die Gewinner in einer sogenannten Perle der Region zu Gast sein, um mit der Arbeit an ihrem modernen Märchen zu beginnen.

Einzigartige Symbiose

Die Verbindung von Hotels und junger Literatur ist dabei keineswegs außergewöhnlich: Große Werke der Weltliteratur entstanden in oder über Hotels, und teilweise verbrachten die Schriftsteller ihr ganzes Leben in einem Gästehaus.

„Die Idee unseres Literaturwettbewerbs ist entwaffnend einfach, verbindet aber das geistige mit dem wirtschaftlichen Potential unserer Region“, sagt Holger Schach vom Regionalmanagement Nordhessen. An den Erfolg des außergewöhnlichen Märchen-Projekts glaubt auch der Münchner Allitera-Verlag: Wenn die fertigen Texte am 26. September von ihren Verfassern vorgetragen werden, wird zeitgleich eine Anthologie erscheinen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung mit kurzen Stücken des französischen Komponisten Eric Satie, die Jochen Krajewski an der Gitarre, Olaf Pyras (Marimbaphon) und Christine Weghoff (Akkordeon) zum Besten gaben. Gemeinsam mit der Schauspielerin Sabine Wackernagel und Dr. Friedrich Block schlossen sie die den Wettbewerb mit einem lauten Tusch: Gefeiert wurde der Buchstabe „A“, wie er im Grimmschen Wörterbuch verzeichnet ist.

Von Emily Spanel

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