US-Mutterkonzern spricht von Sparmaßnahmen

Performance Fibers schickt Azubis heim

Bad Hersfeld. Neue Irritationen um den Bad Hersfelder Industriefaser-Hersteller Performance Fibers: Nach Informationen unserer Zeitung wurde den zum 1. September vier neu eingestellten Auszubildenden mitgeteilt, dass die Firma in diesem Jahr aus finanziellen Gründen doch keine Azubis einstellen könne. Die jungen Leute könnten deshalb nur maximal einen Monat beschäftigt werden.

Der Betriebsratsvorsitzende von Performance Fibers, Frank Sandrock, bestätigte gegenüber unserer Zeitung diesen Vorgang. „Wir haben sofort die Arbeitsagentur und die Handwerkskammer eingeschaltet“, sagt Sandrock. Ziel der Belegschaftsvertretung sei es nun, mindestens zwei, möglichst aber alle vier Auszubildenden trotz der Sparvorgaben zu beschäftigen.

Unterdessen hat sich auch der Präsident der Europa-Niederlassung des Konzerns, Gregory Vas Nunes, aus Luxemburg zu Wort gemeldet. In einer Pressemeldung teilt er mit, sein Untenehmen habe „eine Reihe von aggressiven Maßnahmen zur Kostenreduktion ergriffen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft sichern zu können“. Gemeinsam mit Betriebsrat, Gewerkschaften und der Belegschaft sei man dabei, die Personalkosten zu reduzieren, um zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit vor Ort beizutragen.

„Im Rahmen der Geschäftspraxis behält Performance Fibers es sich vor, Sachverhalte prinzipiell zunächst intern zu kommunizieren, bevor externe Stellungnahmen vorgenommen werden“, heißt es in der kurzen Pressemitteilung weiter.

Am vergangenen Dienstag hatte es das Unternehmen trotz Anfrage unserer Zeitung abgelehnt, eine Stellungnahme zur den gegenwärtigen Vorgängen in dem Bad Hersfelder Werk abzugeben. Statt dessen drohte die Geschäftsleitung mit Klagen, falls ungeprüft Gerüchte verbreitet würden. (kai)

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