Abwärtstrend scheint gestoppt – weniger Entlassungen als befürchtet

Performance Fibers peilt schwarze Null an

Bad Hersfeld. Der Industriefaser-Hersteller Performance Fibers ist offenbar auf einem guten Weg, seine wirtschaftlichen Probleme zu überwinden. Das Unternehmen will am Standort Bad Hersfeld wahrscheinlich schon im kommenden Jahr wieder eine schwarze Null schreiben. „Wir sind verhalten optimistisch“, bestätigte auch der Betriebsratsvorsitzende Frank Sandrock entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Auch die befürchtete Kündigungswelle konnte offenbar vermieden werden. Statt 35 Mitarbeitern werden, „weniger als zehn“ zum Jahresende ihren Job verlieren, sagte Sandrock. Nach Informationen unserer Zeitung hätten sogar alle Mitarbeiter bleiben können, wenngleich zu anderen Konditionen und im Schichtbetrieb. Derzeit sind noch einige Arbeitsgerichtsverfahren anhängig. Die Geschäftsleitung wollte sich auf Anfrage dazu allerdings offiziell nicht äußern.

Trotz der optimistischen Prognose für das kommende Jahr ist Performance Fibers stark von der Entwicklung der Preise für Rohöl und Energie abhängig. Das Unternehmen verbraucht pro Tag fast so viel Strom wie ganz Bad Hersfeld. Auch der Konkurrenzdruck von Billiganbietern aus Fernost und die Krise der Automobilindustrie sorgen für einige Unwägbarkeiten.

Dennoch zahlt das Unternehmen in diesem Jahr ein Weihnachtsgeld in Höhe von 300 Euro sowie sechs Monate lang je einen Hersfeld-Gutschein über 35 Euro. „Auf diese Art unterstützen wir die Bad Hersfelder Unternehmen mit rund 66 000 Euro“, sagt Betriebsrat Sandrock stolz.

Die Weihnachtsgeldzahlung sorgt auch für Unmut in Teilen der Belegschaft, denn nur die gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter erhalten die Zulage. Sandrock versteht den Unmut, hält das Vorgehen aber für angemessen: Die Prämie finanziere in etwa den jährlichen Gewerkschaftsbeitrag. Zudem seien rund 90 Prozent der Mitarbeiter in der IGBCE. HinterGrund, Zum Tage

Von Kai A. Struthoff

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