Gute Auftragslage für Kunstfasern – Umstrukturierung zahlt sich aus

Performance Fibers geht es wieder besser

Bad Hersfeld. Nach fünf harten Jahren mit Personalabbau und Lohnverzicht blickt der Bad Hersfelder Faserhersteller wieder optimistisch in die Zukunft. „Der Markt zieht an, und wir können jetzt die Früchte der Restrukturierung ernten“, sagt Geschäftsführer Matthias Heß. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen 17,5 Millionen Euro eingespart. Im ersten Quartal des Jahres 2014 liegen Umsatz und Verkauf nun bereits acht Prozent höher als geplant.

Zusätzlich Ruhe bringt auch ein auf zwei Jahre befristeter Haustarifvertrag in das Unternehmen, auf den sich Geschäftsleitung und Betriebsrat nach zähem Ringen geeinigt haben. Die Belegschaft verzichtet für weitere zwei Jahre auf zehn Prozent des üblichen Tariflohns in der Chemiebranche. Das Weihnachtsgeld wird je nach Betriebsergebnis gezahlt. „Das war der bestmögliche Kompromiss, um im Chemietarifvertrag zu bleiben“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Frank Sandrock. Der Haustarif gebe den Mitarbeitern Sicherheit und verschaffe dem Unternehmen zwei Jahre Ruhe, um sich auf die eigentlich Arbeit zu konzentrieren.

Denn die Lage am Markt für Chemiefasern bleibt wegen der massiven Konkurrenz aus Fernost schwierig. Dort werden Chemiefasern zu Preisen hergestellt, die oft sogar unter den hiesigen Rohstoffpreisen liegen. Dennoch sieht sich Performance Fibers wieder im Aufwind, weil vor allem in der boomenden Baubranche und bei den Automobilbauern die qualitativ hochwertigen Produkte von Performance Fibers sehr gefragt sind. „Ob Audi, BMW oder Mercedes, die Fäden für deren Sicherheitsgurte oder Keilriemen kommen zu 90 Prozent aus Bad Hersfeld“, sagt Matthias Heß stolz.

Man komme mit der Produktion momentan kaum hinterher, sagt der Geschäftsführer und stelle daher auch wieder ein. Dennoch sei noch nicht alles rosig, denn der Boom könne so schnell vorbei sein, wie er gekommen ist, weiß Heß. Zum Tage, Seite 2

Von Kai A. Struthoff

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