Nach dem ersten Winterhochwasser kehrt nur langsam Normalität ein

Patschnass im Matsch

Die Ente zu Wasser gelassen: Noch immer sind Teile der Kleingartenanlage an der Unterau in Bad Hersfeld geflutet. Gartenzwerge und Hollywoodschaukeln bekommen nasse Füße. Die Gartenbesitzer bleiben ihren Tümpeln noch fern. Fotos: Schleichert/Hornickel

Bad Hersfeld. Das Wasser steht in Bernd Barthels Halbschuhen. „Nur halb so schlimm“, winkt dieser ab. Die Füße sind geflutet, doch sein Kleingarten, das ist die Hauptsache, ist vom Wasser verschont geblieben. Die Nachbarn, die näher am Wasser gebaut haben, haben weniger Glück gehabt. Noch immer dümpeln 50 bis 60 Kleingärten an der Unterau und am Strandbad im Hochwasser.

Die Flut kam schnell, doch die Folgen bleiben lange: Zwischen Gartenzäunen und Sportplätzen sind die Hochwasserfolgen allgegenwärtig. Gartenzwerge treiben auf den Wasserlachen. Im Bierkeller des SG Hessen/Hersfeld steht die Fulda bis zur Decke. Und wie auf einer Sandbank im Wattenmeer liegt einsam und verlassen das Bootshaus an der Fulda.

Verriegelte Türen

Der mit dem Wasser angeschwemmte Sand hat auf dem Asphalt ein hellbraunes Schuppen-Muster hinterlassen. Wie ein gestrandetes Rettungsfloß liegt ein gelbes Tretboot am Deich. Das Bootshaus ist verriegelt und verrammelt. Vor allen Türen der hölzernen Terrasse lehnen Sandsäcke. Von der Pächtern ist nichts zu sehen oder zu hören. Nicole Fincke vom Johannesberg und die ersten Fußgänger wagen sich über den Bahndamm, denn der Durchlass steht noch voller Wasser.

Auch in der Hauneaue will das Hochwasser nicht richtig ablaufen. Der Rückstau von der Fulda hat die Lage verschärft. Das Hochwasserrückhaltebecken bei Marbach habe funktioniert, bekräftigt Bürgermeister Harald Preßmann. Alles Wasser, das zu viel in der Haune war, sei unterwegs hinzugeströmt. Der steigende Grundwasserspiegel flutete auch in Unterhaun und Oberhaun die Keller. In einem Fall war kein Schieber eingebaut.

Nach der Flut kam die Ebbe. Menschenleer ist das sumpfige Flutgebiet. Das große Aufräumen hat noch nicht begonnen.

Von Kurt Hornickel und Pia Schleichert

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