Neuordnung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes seit dem 1. April

Patienten können frei wählen

Neben Bad Hersfeld die zweite Zentrale: Hier warten die Patienten, die den Ärztlicher Bereitschaftsdienst am Kreiskrankenhaus in Rotenburg aufsuchen. Foto: Schankweiler-Ziermann

Hersfeld-Rotenburg. Patienten, die außerhalb der normalen Praxis-Öffnungszeiten den Bereitschaftsdienst der Ärzte benötigen, können frei wählen, welche Bereitschaftsdienstzentrale sie aufsuchen wollen. Das betonte eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung in Ergänzung zu unserer Berichterstattung über die Neuordnung des Bereitschaftsdienstes seit dem 1. April.

In unserem Kreis gibt es seit dem 1. April zwei Zentralen: Eine in Bad Hersfeld Am Markt – wie bisher – und eine in Rotenburg am Kreiskrankenhaus, die aber nur an Sonn- und Feiertagen sowie Brückentagen geöffnet ist.

Die Zuordnung von Orten zu den Zentralen diene in erster Linie der innerärztlichen Organisation. Sprecherin Petra Bendrich von der KV bestätigte, dass die Ludwigsauer Ortsteile Ersrode und Hainrode doch nicht mehr Fritzlar, sondern dem Kreis Hersfeld-Rotenburg zugeordnet seien.

Bendrich erklärte, wer die bundesweit gültige Rufnummer für den Ärztlichen Bereitschaftdienst 116 117 wähle, dem würden in Grenzbereichen beide Zentralen genannt.

Zum 1. Januar des nächsten Jahres besteht die Absicht, die Zentrale in Bad Hersfeld vom Markt weg ans Klinikum zu verlegen. Es gebe aber noch keinen Vertrag und auch noch keine Umbauarbeiten, sagte Klinikumssprecher Werner Hampe.

Der stellvertretende Obmann des Kreises für die niedergelassenen Ärzte, Dr. Johannes Flicker, äußerte sich zufrieden mit der Neuregelung. Durch die Anbindung ans Kreiskrankenhaus Rotenburg seien die Wege nun kürzer, wenn ein Blutbild gemacht werden müsste, Patienten ein EKG bräuchten oder geröntgt werden müssten. 40 Prozent der Patienten benötigten eine weitere Diagnostik. Außerdem sei der Arzt des Bereitschaftdienstes nicht wie bisher allein in seiner Praxis, sondern habe die Ambulanz des Krankenhauses im Rücken.

Kritisch wird allerdings der Fahrdienst gesehen, wenn die Zentralen geschlossen haben und nachts zum Beispiel ein Arzt im ganzen Kreis unterwegs ist, um Patienten zu Hause aufzusuchen, wenn diese ärztliche Hilfe benötigen. Der jeweils diensthabende Arzt wird dann von einem Fahrdienst, der in Bad Hersfeld oder in Rotenburg startet, zu den Patienten gebracht. Dies bringe lange Wege und längere Wartezeiten für die Patienten mit sich.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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