Das Klinikum Bad Hersfeld führt ein neues Krankenhausinformationssystem ein

Ein KIS für die Patienten

Das Hirn des Klinikums: In diesen Schaltschränken läuft die gesamte EDV-Technik zusammen. Die Leiterin der EDV-Abteilung Margitta Gätzschmann und ihr Stellvertreter Torsten Wennemuth kennen hier jedes Relais. Foto: Kai A. Struthoff

Bad Hersfeld. Wo die medizinische Entwicklung rasant fortschreitet, darf die EDV nicht hinterherhinken. Deshalb nimmt das Klinikum Bad Hersfeld am 1. Juli ein neues Krankenhausinformationssystem – kurz KIS – in Betrieb. Es soll das alte System ablösen, das seit 1994 in Betrieb war.

„Wir sind mit dem alten System an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Margitta Gätzschmann, die Leiterin der EDV-Abteilung im Klinikum. Das neue KIS soll nun das gesamte Spektrum des Patientenaufenthalts von der Aufnahme bis zur abschließenden Kostenabrechnung abdecken.

Mehr Zeit für Patienten

Alle Abteilungen des Hauses haben dazu ihre Anforderungen definiert. „Alles muss mit wenigen Mausklicks zu bedienen sein“, sagt Torsten Wennemuth, der stellvertretende EDV-Chef. Hauptziel ist es, so wenig Zeit wie möglich mit der Bürokratie und Datenverwaltung zu verbringen. So sollen künftig Labordaten direkt in das System einfließen und an jedem Ort abrufbar sein.

Dadurch sollen Diagnostik und Behandlung der Patienten beschleunigt werden. Denn auch die gesamte Krankengeschichte des jeweiligen Patienten soll dokumentiert sein – und das mit möglichst wenig Papier. Bislang füllen die Patientenakten viele Kellerräume des Klinikums. Selbstverständlich werden dabei auch die strengen Auflagen des Datenschutzes berücksichtigt, versichert Margitta Gätzschmann.

Zwei getrennte Rechenzentren, die auch mit Notstromaggregaten verbunden sind, sorgen dafür, dass das Klinikum immer auf die Daten zugreifen kann, selbst wenn ein System einmal haken sollte. „Ohnehin ist ein Arzt immer in der Lage, notfalls auch ohne EDV-Unterstützung zu behandeln“, versichert Wennemuth, zumal auch alle Geräte autark ohne KIS funktionieren.

Das neue KIS ist zudem ein erprobtes System, das unter anderem auch im Kreiskrankenhaus in Rotenburg und in der Orthopädie eingesetzt werde, erläutert Sascha Sandow von der kaufmännischen Leitung des Klinikums. „Die Kollegen im Klinikum können also auf die Erfahrungen der anderen Häuser zurückgreifen“, sagt Sandow. Außerdem werden alle Mitarbeiter seit Monaten an dem neuen System geschult. Zudem sind zur Einführung auch externe Kräfte des Herstellers im Einsatz.

Engpässe sind möglich

„Der Patient selbst wird von der ganzen EDV-Umstellung wahrscheinlich gar nichts merken“, so Margitta Gätzschmann. Trotzdem bittet das Klinikum die Patienten schon um Verständnis, falls es Anfang Juli vielleicht doch etwas länger dauern sollte. „Für die Mitarbeiter ist die Bedienung des neuen Systems natürlich eine Umstellung, sodass es anfangs vielleicht Engpässe gibt“, sagt Sascha Sandow.

Von Kai A. Struthoff

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