Naturschutzbund weiht Streuobstwiese am Johannesberg ein – 135 Bäume gepflanzt

Paten der Natur

Bürgermeister Thomas Fehling sprach bei der Einweihung der Streuobstwiese vor zahlreichen Gästen ein kurzes Grußwort.

Bad Hersfeld. Mit so viel positiver Resonanz hatten die Mitglieder des Naturschutzbundes Bad Hersfeld nicht gerechnet. Fast alle Baumpatenschaften waren in kurzer Zeit vergeben worden und zur offiziellen Einweihung der Streuobstwiese am Johannesberg fanden sich am Samstagmittag dann auch zahlreiche Gäste ein.

„Unsere Streuobstwiese ist meines Wissens die größte in Nord- und Osthessen“, sagte Thomas Hartwig, Vorstandsmitglied und Hauptinitiator der Streuobstwiese. Insgesamt 135 Bäume, darunter Apfel-, Birnen, Pflaumen- und Mirabellenbäume, sind Ende des vergangenen Jahres in acht Reihen auf der einen Hektar großen Wiese angepflanzt worden – unter der fachmännischen Aufsicht von Georg Leinweber von der gleichnamigen Baumschule, der am Samstag für alle Fragen rund um die Obstbäume zur Verfügung stand.

Geschenk zum Geburtstag

Die Wiese gehört der Stadt, die die Fläche dem Naturschutzbund (Nabu) zur Verfügung stellt. Für die Bäume konnten Patenschaften übernommen werden, von denen bis Samstag fast alle vergeben waren. Die meisten Paten sind Privatpersonen, aber auch Schulen oder Kindergärten sind dabei. Die Langzeitpflege der Bäume übernimmt der Nabu, die Paten dürfen ihre Bäume auf Lebzeit ernten.

Waltraud Weiß hat ihrer Enkelin Emma-Marie Weiß einen Pflaumenbaum zum vierten Geburtstag geschenkt, für den es auch gleich die passende Gießkanne gab. Da die Familie am Johannesberg wohnt, wird der Baum in Zukunft sicher regelmäßig Besuch bekommen.

Die offizielle Begrüßung übernahm am Samstag der Nabu-Vorsitzende Heinrich Eigenbrod. Bürgermeister Thomas Fehling sprach ein kurzes Grußwort und fand es „echt klasse, dass so viele mitmachen.“ Er wünschte allen Baumpaten außerdem „irgendwann eine ordentliche Beute“.

Neben den Bäumen stehen auf der Wiese am Johannesberg auch zwei Infotafeln mit Wissenswertem zu heimischen Insekten und Vögeln sowie zwei Insektenhotels, die „Villa Summ Summ“ und das „Bienenschlösschen“. Außerdem wurde ein Gedenkstein zu Ehren der ehemaligen, verdienten Vorsitzenden Wiltrud Winterstein aufgestellt.

Die Streuobstwiese soll nicht nur einen Beitrag zum Erhalt und Schutz der Natur leisten, sondern auch der Umweltbildung etwa von Kindergartenkindern oder Schülern dienen.

Spende für den Nachwuchs

Der Nabu Bad Hersfeld hat rund 270 Mitglieder, seit etwa einem Jahr gibt es eine eigene Kinder- und Jugendgruppe. Diese konnte sich am Samstag über eine Spende in Höhe von 420 Euro freuen, die aus dem Erlös einer Vogelhaus-Aktion der Galerie Kunstreich stammt. Den symbolischen Scheck überreichten direkt vor Ort die beiden Inhaberinnen Doris Klos und Kathrin Gebhardt-Nieselt.

Viele der Gäste waren damit beschäftigt, Fotos von sich und ihren Patenbäumen zu knipsen, es blieb aber auch genügend Zeit für Pläuschchen und den Genuss von kalten Getränken und Grillwürstchen. Und für alle, denen es dafür nicht noch zu früh war, gab es außerdem Obstbrand, eben auch ein Produkt der Obsternte.

Von Nadine Maaz

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