Die bislang unpopuläre Unterstützung für Bedürftige wird aufgewertet

„Pass“ statt Sozialcard

Bad Hersfeld. Das Bemühen, die bislang unpopuläre Sozialcard der Stadt Bad Hersfeld aufzuwerten und attraktiver zu machen, nimmt konkrete Formen an. Im Ausschuss für Soziales und Sport der Stadtverordnetenversammlung wurde jetzt einstimmig ein zehn Punkte umfassender Vorschlag verabschiedet, um bedürftige Einwohner wirkungsvoller als bisher unterstützen zu können. Das Papier hatte ein eigens gebildeter Arbeitskreis der Ausschussmitglieder zusammengestellt, nachdem ein früherer Versuch, die Sozialcard zu modifizieren, gescheitert war (unsere Zeitung berichtete).

• Wichtigste Neuerung ist nun der Name: Die als diskriminierend empfundene Bezeichnung „Sozialcard“ wird durch „Hersfeld-Pass“ ersetzt.

• Der Kreis der Berechtigten – bisher vorwiegend Hartz IV – wird ausgeweitet, beispielsweise um Betroffene nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und Unterhaltssicherungsgesetz sowie Bezieher von Wohngeld oder erweitertem Kindergeld.

• Die Verwaltung des Passes wird von den Stadtwerken der Stadtverwaltung (Bürgerbüro) übertragen. Ein Flyer soll über die Leistungen des Passes informieren.

• Der Pass muss jährlich verlängert werden.

Alle städtischen Einrichtungen werden auf mögliche Ermäßigungen oder Befreiungen überprüft.

Desweiteren werden alle Kulturanbieter, Dachverbände von Sportvereinen, Organisationen, Behörden usw. mit der Bitte um Beteiligung angeschrieben.

Das alles, so Ausschussvorsitzender Thomas Klessa (SPD), soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr umgesetzt werden, spätestens jedoch bis Ende März 2012.

Für die Fleißarbeit des Arbeitskreises gab es am Ende auch Lob vom Bürgermeister. „Ich finde gut, was hier zusammengestellt wurde,“ sagte Thomas Fehling, der damit auch den bislang vermissten Handlungsauftrag für die Verwaltung an die Hand bekommen hatte.

Von Karl Schönholtz

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