Fünf Bad Hersfelder kamen nicht auf Love-Parade an – Unglücksnachricht über Handy

Party endet im Entsetzen

Bad Hersfeld. Mit dem Schrecken davongekommen: Für fünf Jugendliche aus Bad Hersfeld im Alter von 17 bis 21 Jahren endete die Reise zur Love-Parade in Duisburg bereits auf der Zugfahrt. Sie sind froh, ein Riesenglück gehabt zu haben.

Sie wollten bei der Riesenparty mitfeiern – „wie man das aus dem Fernsehen kennt“, sagt Lukas Höptner. Zusammen mit Thomas Möller, Rico Auel, Ann-Kathrin Wenzel und Sean Singer aus Bad Hersfeld war er am Samstagmorgen nach Köln gereist, um anschließend mit dem Zug zur Veranstaltung nach Duisburg zu fahren. „Ich bin froh, dass wir nicht angekommen sind“, sagt Rico Auel.

Nach dem Fahrplan hätte die Gruppe um 16.30 Uhr den Duisburger Bahnhof erreicht. Die Panik, die wenige Minuten später im Eingangsbereich der Technoparty ausbrach, haben sie also haarscharf verpasst. Die Erleichterung darüber ist groß – mischt sich aber mit der Enttäuschung über die unerwartete Wende der Partyreise.

„Wir haben mehr als fünf Stunden in einem vollen Zug festgesessen“, sagt Thomas Möller. Alle Züge seien schon vor dem Duisburger Bahnhof angehalten worden. Die Informationen über die Katastrophe sind nur langsam durchgesickert, wie der 21-jährige Lukas Höptner erzählt: „Zunächst dachten wir, die Züge würden sich nur stauen.“ Erst über ihre Handys hätten sie von dem Unglück erfahren.

Stimmung am Boden

Für Sean Singer war damit die Party beendet: „Unsere Feierstimmung war am Boden“, sagt er. „Ein Securitymann stammelte, dass es sogar Tote gegeben habe“, sagt Thomas Möller. Entsetzt und enttäuscht seien die Menschen im Zug gewesen, die fast alle auf der LoveParade feiern wollten.

Die Handys der im Zug Wartenden, die offenbar nicht von dem weitläufigen Zusammenbruch des Telefonnetzes in Duisburg betroffen waren, liefen inzwischen heiß. „Unsere Mütter, Freunde und Freundinnen – alle haben sich Sorgen gemacht und wollten uns sprechen“, sagt Singer. Nervenzehrendes Warten statt ausgelassenes Feiern – das unspektakuläre Ende ihrer Reise hat dennoch etwas Gutes. „Wären wir, wie eigentlich geplant, früher in Köln losgefahren“, beginnt Sean Singer den Satz. Was dann hätte passieren können, mag er sich nicht vorstellen. Für ihn steht fest: „Wir haben Glück gehabt.“ ZUM TAGE, politik

Von Pia Schleichert

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