Für einen sicheren Schulweg: Erste Leon-Hilfeinseln in Bad Hersfeld eröffnet

Partner für Kinder in Not

Klaus Wittich, Leiter der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg, Bürgermeister Thomas Fehling und Joachim Bellof vom Kinderschutzbund (von links) eröffnen zusammen mit den Kindern der Wilhelm-Neuhaus-Schule und Kinderkommissar Leon die Hilfeinsel. Foto: Lenk

Bad Hersfeld. Der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Hersfeld-Rotenburg startet diesen Monat gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Osthessen das Projekt „Leon-Hilfeinseln“ in Bad Hersfeld, bei dem es darum geht, Kindern in Notsituationen einen erwachsenen Ansprechpartner zur Seite zu stellen.

Im Hersfelder Stadtgebiet sind bisher sind zwei Hilfeinseln eingerichtet, eine in der VR-Bank am Markt und eine zweite im Bürgerservice-Büro neben der Konrad-Duden-Stadtbibliothek. Zu erkennen sind diese an einem Plakat im Fenster. Hier finden Kinder beispielsweise Hilfe, wenn sie ihre Eltern verloren haben, sich verfolgt oder belästigt fühlen, wenn es untereinander Streit gibt, aber auch bei Verletzungen.

Sicherheitsempfinden stärken

Gestern fand eine Start-Veranstaltung in der Wilhelm-Neuhaus-Schule statt, um Schüler und Eltern über das Hilfsprojekt zu informieren. Maskottchen und Namensgeber der Aktion ist „Kinderkommissar Leon“, ein Löwe in Polizeiuniform und Sympathieträger bei den Kleinen. „Viele Kinder haben Hemmungen, in bedrohlichen Situationen Erwachsene um Hilfe zu bitten. Die Hilfeinseln sollen genau diese Hemmschwelle herabsetzen“, erklärt Rosmarie Welke, Jugendkoordinatorin des Polizeipräsidiums Hersfeld-Rotenburg, die Idee hinter dem Projekt. Neben dem Schutz vor Straftaten und der Verunsicherung und Abschreckung potentieller Täter soll insbesondere das Sicherheitsempfinden der Kinder und das ihrer Eltern durch dieses Angebot gestärkt werden. „Als Elternteil hat man immer Angst, dass dem Kind auf dem Schulweg etwas zustoßen könnte, egal wie lang die Strecke ist“, meinte Nasmija Dibrani, selbst Mutter eines Schülers der Wilhelm-Neuhaus-Schule.

„In anderen hessischen Gemeinden hat dieses Projekt bereits eine hohe Akzeptanz und wird hoch gelobt“, betont Matthias Mohr von der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg.

Auch Erwachsene und insbesondere Senioren dürfen das Hilfeangebot in Anspruch nehmen, sei es bei körperlichem Unwohlsein oder Orientierungslosigkeit. „Sich in bedrohlichen Situationen Hilfe zu suchen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Chance für die Gemeinschaft Zivilcourage und Hilfsbereitschaft zu zeigen“, lobt Bürgermeister Thomas Fehling die Idee. Er hofft, dass in Zukunft noch mehr Hilfeinseln entstehen.

Von Kevin Lenk

Kommentare