Menschen mit Behinderungen zeigten beim Tag der offenen Tür, was sie können

Ein Partner für die Industrie

Tag der offenen Tür in der Werkstatt für Behinderte in der Erfurter Straße. Axel von Weyhe (links) und Henrik Hunanjan arbeiten gerne mit Holz und fühlen sich deshalb in der Kreativ-Werkstatt gut aufgehoben. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Die Teilhabe am Arbeitsleben ist für Menschen mit Behinderungen ein enorm wichtiger Schritt zu mehr Selbstständigkeit. Trotz ihrer Einschränkungen möchten sie sich in die Gesellschaft einbringen und etwas Produktives schaffen. Dass sie dies professionell und auf unterschiedlichste Art und Weise tun können, zeigte am Sonntag der Tag der offenen Tür in der Werkstatt für Behinderte in der Erfurter Straße.

Hier sind 1992 etwa 160 Arbeitsplätze geschaffen worden, um Voraussetzungen für den Einstieg in die Arbeitswelt zu bieten. Seitdem ist die Einrichtung neben der Bebraer Förderstätte zu einem Ort geworden, wo sich erwachsene Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen wohlfühlen und Spaß an ihrem Alltag haben.

Für jede Fähigkeit

In vielen Arbeitsräumen konnten sich die Besucher über die Dienstleistungen und Produkte informieren, die für die Wirtschaft angeboten und hergestellt werden. Mittlerweile arbeiten nicht nur ortsansässige Firmen gerne mit der Werkstatt zusammen. Produkte gehen von hier aus deutschlandweit und auch nach Österreich und in die Schweiz hinaus. „Wir sehen uns als ein Partner der Industrie und sind oft eine sogenannte verlängerte Werkstatt von Betrieben“, erklärte Stefan Grenzebach, der zusammen mit Peter Schulz die Hersfelder Förderstätte leitet. „Für jede Fähigkeit und Neigung wird ein geeigneter Arbeitsbereich ermittelt“, sagte Grenzebach. Dieser kann dann in dem Bereich Montage, in der Elektro-, Metall- oder in der Kreativ-Werkstatt sein.

Langer Besucherstrom

Ein langer Besucherstrom schlängelte sich am Nachmittag durch die Gänge und Werkstatträume. Der Weg führte unter anderem durch den bunten Raum der Kreativ-Gruppe, in die komplett ausgestattete Schlosserei und in die Tagesförderstätte, in der die Menschen, die einer absoluten Pflege bedürfen, gut aufgehoben sind.

Für viele endete der Rundgang im Verkaufsraum, in dem das eigene Kunsthandwerk die Blicke auf sich zog und viele Käufer fand. Mit einer Tombola, Kinderschminken und jeder Menge Kuchen, Kaffee, Bratwürsten und Glühwein wurden die Besucher noch verwöhnt. Auf fast 750 wurde deren Zahl aufgrund der verlangten Bratwürste geschätzt.

Von Vera Hettenhausen

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