Kai A. Struthoff über den Mitgliederschwund

Parteien ohne Volk

Schadenfreude ist die schönste Freude: Selber Schuld, wenn die Parteien so miese Politik machen. Kein Wunder, wenn denen die Mitglieder weglaufen! Doch wer so denkt, macht es sich zu leicht.

Gerade die großen Volksparteien sind seit Kriegsende die Garanten für Demokratie und Wachstum in unserem Land – mal in dieser und mal in jener Koalition. Getragen werden sie von ihren Mitgliedern. Sie sind es, die an der Basis den Kurs der – zugegebenermaßen zuletzt etwas träge gewordenen – Dickschiffe vorgeben.

Dabei geht es ja gar nicht immer um die großen Fragen von Krieg und Frieden, auch wenn sie uns besonders umtreiben. Doch Politik beginnt im Kleinen: Beim Schulessen, bei Bebauungsplänen, der lokalen Wirtschaftsförderung. Wer etwas verändern will, der muss sich engagieren. Wer sich nicht engagiert, der vergibt die Chance, unser Land mitzugestalten. Der verwirkt auch sein Recht, Kritik zu üben.

Gewiss, es gibt viele Möglichkeiten sich zu engagieren – aber Parteien sind nicht die Schlechteste. Gerade, wenn man mit der Politik nicht so zufrieden ist.

struthoff@hersfelder-zeitung.de

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