Stadtverordnete treten geschlossen für Verkehrsentlastungen und Lärmschutz ein

Parlament sorgt für Sorga

Bad Hersfeld. In bester Lolls-Laune und ungewohnt harmonisch präsentierten sich die Bad Hersfelder Stadtverordenten bei der Versammlung am Donnerstagabend in der Stadthalle. Dabei standen durchaus ernste Angelegenheiten auf der Tagesordnung.

Hauptthema war die Sorge um Sorga. Der Ortsvorsteher und SPD-Abgeordnete Frank Hildebrand machte in einer sehr emotionalen Rede die unendliche Leidensgeschichte der verkehrslärmgeplagten Bewohner des Ortsteils deutlich.

Nach neuesten Vekehrszählungen fahren täglich rund 15 000 Fahrzeuge durch Sorga, gut die Hälfte davon sind LKW. Als Hauptverursacher habe man die Laugentransporter von K+S, die Hermes- und Müll-Lastwagen sowie Mautumfahrer ausgemacht. Hildebrand berichtete von Kleintransportern, die mit 110 Stundenkilomtern durch die Ortslage heizen.

„Das ist unerträglich, wäre aber leicht abzustellen“, sagte Hildebrand. Der Ortsbeirat fordere deshalb unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzungen, ein Nachtfahrverbot sowie eine Blitzampel. Der FDP-Bürgermeisterkandidat Thomas Fehling, der unlängst noch eine eigenen Autobahnauffahrt in Sorga für unrealistisch erklärt hatte, will sich angesichts der neuen Verkehrszahlen nun doch eben dafür stark machen. „Da muss was getan werden“, sagte er. Für die Fraktionsgemeinschaft erinnerte Hans-Jürgen Schülbe daran, dass das Thema Sorga schon seit Jahren auf der Agenda stehe – „und es bleibt ein Skandal“.

Die CDU denkt um

Die CDU, die sich bei den vorliegenden Anträgen ursprünglich enthalten wollte, besann sich dann doch eines Besseren. Bürgermeisterkandidat Hans Wilhelm Saal erinnerte aber daran, dass auch in Asbach, an der Homberger Straße und rund ums Klinikum ähnliche Lärmprobleme existierten. Er machte sich deshalb für die Erstellung eines „Lärmschutz-Kathasters“ stark.

Zuvor hatte CDU-Fraktionschef Gunter Grimm über Telefongespräche mit dem Amt für Straßen und Verkehrswesen (ASV) und dem Verkehrsministerium berichtet. Ihm sei mitgeteilt worden, dass es keine eigene Autobahnauffahrt für Sorga geben werde, weil das Finanzbudget für den Ausbau der A4 dafür kein Geld vorsehe.

Einstimmig beschloss das Stadtparlament dann, für eine neue Autobahnausfahrt in Sorga, aber auch für mehr Lärmschutz und Verkehrsberuhigung in Sorga bei den zuständigen Behörden und Ministerien einzutreten.

Von Kai A. Struthoff

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