Die Autos werden immer breiter, die Stellplätze bleiben aber unverändert

Parken wird zur Kunst

Parkplatz messen: HZ-Praktikantin Marleen Längst misst die Breite einer Parkbucht in einem Hersfelder Parkhaus Foto: Dräger

Bad Hersfeld. Beulengefahr besteht, laut eines Tests des ADAC, fast in jedem Parkhaus in Deutschland. Die Fahrzeuge seien in den vergangenen Jahren breiter gewordenen, die Parkbuchten hätten sich aber nicht verändert und seien damit zu eng. Deshalb empfiehlt der ADAC eine Breite von mindestens 2,50 Metern für die Parklücken. Neben Wänden und Pfeilern sollten sie aber noch breiter sein. Die HZ wollte es genauer wissen und überprüfte die Breite der Stellplätze in Bad Hersfelds Parkhäusern. Dabei fanden die Tester heraus, dass die Parkbuchten zwischen 2,25 und 2,45 Metern breit sind.

Doch die Zahlen der Unfälle in den Bad Hersfelds Großgaragen sind verschwindend gering. Von Anfang August bis Ende November gab es, laut Manfred Knoch aus der Polizeidirektion in Bad Hersfeld, keine Unfälle. Wobei angeschlagene Türen nicht zu Unfällen zählen würden. Käme es aber doch zu einem Unfall, würden die Unfallverursacher die Enge der Parkplätze als Ausrede nutzen.

Zu eng, zu dunkel und zu unübersichtlich, denken viele Autofahrer über Parkhäuser und meiden sie, wann immer es geht, wie der ADAC berichtet. Da aber die Parkplätze auf der Straße nicht ausreichen, ist auf die Parkhäuser nicht zu verzichten. Deshalb testete der ADAC zum zweiten Mal 50 deutsche Parkhäuser auf ihre Benutzerfreundlichkeit, wozu auch die Breite der Parkplätze gehörte.

Während die Parkplätze unverändert blieben, wurden die Autos in den vergangenen Jahren immer breiter. Der VW Scirocco war im Jahr 1974 mit einer Breite von 1,60 Metern kompakt und passte mühelos in jede Parklücke. Im Vergleich zu damals ist ein Scirocco heute zirka 20 Zentimeter breiter als vor 38 Jahren. Da kann das Parken und Aussteigen mit nur 30 Zentimetern Platz auf beiden Seiten eng werden. Aber die Not mache erfinderisch und so würden viele Autofahrer aus zwei Parkplätzen einfach einen machen, wie der ADAC erklärt.

Dafür müssen die Falschparker aber mit einem Bußgeld von zehn Euro rechnen, wie der Geschäftsführer der Straßenverkehrswacht Hersfeld-Rotenburg Rainer Nemnich berichtet. Denn in der Straßenverkehrsordnung steht: „Es ist sparsam zu parken.“ Doch das Bundesverkehrsministerium nehme in absehbarer Zeit keine Änderungen an der Größe der Parkbuchten vor, so Rainer Nemnich,

Platzsparend parken

Deshalb parken einige Autofahrer, wie Rainer Nemnich der HZ erklärt, dort wo es verboten ist, um den Besuch im Parkhaus zu vermeiden.

Von der Beulengefahr lassen sich, nach unserer Umfrage, die Autofahrer nicht abschrecken und nutzen die Bad Hersfelder Großgaragen trotz der Gefahr, ein unerfreuliches Souvenir mit nach Hause zu nehmen. UMFRAGE

Von Magdalena Dräger und Marleen Längst

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