Am Klinikum entsteht für vier Millionen Euro ein neues Parkhaus – 224 Stellplätze nahe des Haupteingangs

Parken ohne Kopfzerbrechen

In den Hang geduckt: Direkt neben der bisherigen Hauptzufahrt zum Klinikum entsteht das neue Parkhaus. Das Gebäude erhält eine Fassade aus perforiertem Stahl, um die nötige Luftzirkulation zu gewährleisten. Die Einfahrt ist am Haupteingang, die Ausfahrt mündet auf den Seilerweg. Visualisierung: Architekturbüro Dorbritz

Bad Hersfeld. Die desolate Parksituation rund um das Klinikum Bad Hersfeld konnte bislang selbst Gesunde krank machen. Doch jetzt haben Krankenhaus, Kreis und Stadt ein Rezept gegen das Problem gefunden. Bis Mitte 2015 soll direkt am Seilerweg, unmittelbar neben dem Haupteingang zum Klinikum, für vier Millionen Euro ein Parkhaus mit 224 Stellplätzen entstehen.

Gestern stellten Vize-Landrätin Elke Künholz, Bürgermeister Thomas Fehling, Klinikum-Geschäftsführer Martin Ködding und Architekt Frank Dorbritz das Projekt unserer Zeitung vor.

Dorbritz betonte, dass das Parkhaus eine großzügige Einfahrt und extra-breite Parkplätze erhalten wird. Wer ins Klinikum muss, sei oft in Eile oder unter Stress. „Die Besucher sollen dort reinfahren können, ohne groß nachdenken zu müssen.“ (Siehe „Fragen und Antworten“ links)

Von einem „freudigen Tag“ sprach Bürgermeister Fehling, denn die vielen Beschwerden der Anwohner über zugeparkte Straßen seien seit seinem Amtsantritt ein ständiges Thema für ihn gewesen. „Wir haben intensiv um die Gestaltung gerungen“, sagte Fehling und lobte die jetzt vorgestellte Lösung. „Der Parkdruck ums Klinikum wird deutlich geringer“, sagte der Bürgermeister. Er kündigte an, dass es bald auch eine öffentlich Bürgerinformationsveranstaltung zum Parkhaus geben wird.

„Kein Moloch am Seilerweg“

Vize-Landrätin Künholz betonte, dass der Entwurf des Büros Dorbritz kein „Moloch in der Landschaft“ sei, sondern sich harmonisch in den Hang am Seilerweg einfüge. Künholz unterstrich auch die Bedeutung des Parkhauses angesichts des demografischen Wandels: „Die Patienten und auch ihre Besucher werden immer älter.“ Deshalb könne man ihnen keine langen, beschwerlichen Wege zumuten.

Die Preise im neuen Parkhaus, das vom Klinikum selbst betrieben wird, sollen erschwinglich sein. Man strebe an, dass sich der Neubau in etwa 25 Jahren über die Gebühren refinanzieren wird, erklärte Geschäftsführer Martin Ködding. Einen Euro soll die erste Stunde parken kosten, danach werden die Preise gestaffelt und mit längeres Parkdauer geringer. „Das Parkhaus soll uns ja keine Gewinne, sondern zufriedene Patienten einbringen“, sagte Ködding.

Der bisherige Parkplatz vor dem DRK, oberhalb des Klinikums, soll auch weiter betrieben werden. Dort sollen speziell für auswärtige Patienten Langzeitparkplätze zu günstigen Konditionen angeboten werden.

Voraussetzung ist jetzt noch die Zustimmung der Stadtverordneten, weil für das Parkhaus der Bebauungsplan geändert werden muss, erklärte Bauamtschef Johannes van Horrick. Die Vorlage soll am 3. Juli ins Stadtparlament eingebracht werden.

Neun Monate Bauzeit

Die eigentliche Bauzeit wird dann etwa neun Monate betragen, wobei die notwendigen Erdarbeiten im Hang die größte Herausforderung darstellen. Der Seilerweg soll während der Bauzeit aber schon allein wegen der Rettungswagen frei bleiben.

Wenn alles glatt geht, können im Frühsommer 2015 die ersten Besucher ihren Parkschein lösen.

Von Kai A. Struthoff

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