Erneute Überprüfung des Bauprojekts am Klinikum – Kritikern fehlen Alternativkonzepte

Parken bleibt Geduldspiel

So soll das neue Parkhaus aussehen: Der transparente Bau mit seiner Fassade aus perforiertem Stahl soll sich in den Hang am Seilerweg schmiegen. Doch gegen das Projekt regt sich Widerstand. Simulation: Architekturbüro Dorbritz

Bad Hersfeld. Der kleine Teich ruht unter einer dünnen Eisschicht. Der Spielplatz ist verwaist. Die knorrigen Eichen recken ihre kahlen Äste in den bleigrauen Winterhimmel. An kühlen Februartagen wirkt die kleine Grünfläche neben dem Klinikeingang nicht sonderliche einladend. Eigentlich sollten sich hier schon längst Baggerschaufeln in den Hang fressen, um Platz für das neue Parkhaus zu schaffen. Doch jetzt verzögern naturschutzrechtliche Bedenken das Neubauvorhaben.

Das Architekturbüro Dorbritz plant am Seilerweg den Bau eines komfortablen Parkhauses mit 224, zum Teil überbreiten, behindertenfreundlichen Plätzen. „Eigentlich ist das Parkhaus zur Hälfte eine Tiefgarage“, erläutert Frank Dorbritz das Konzept, denn ein Teil der Stahlbeton-Konstruktion soll sich in den Hang ducken. Dafür müssten allerdings unter anderem drei alte Eichen fallen, und auch die bei Patienten beliebte kleine Grünanlage mit Spielplatz müsste weichen. In den alten Bäumen sollen zudem artengeschützte Hirschkäfer und Fledermäuse leben.

Kritiker des Projekts, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, wenden ein, dass durch den Parkhausbau die Grünfläche mit Spielplatz als „Naherholungsgebiet“ für Patienten und Angehörige verloren ginge. Bemängelt wird zudem, dass es keinen Architekten-Wettbewerb gegeben habe und alternative Standorte und Konzepte für das Parkhaus zu wenig erwogen wurden.

Obwohl die meisten Besucher und Patienten des Klinikums über die desolate Parksituation klagen und die Akzeptanz für einen Neubau nach Auskunft von Bauamtsleiter Johannes van Horrick groß ist, hätten inzwischen auch die Grünen im Stadtparlament Bedenken angemeldet, weswegen nun neuerliche Überprüfungen anstehen. Klinikums-Geschäftsführer Martin Ködding macht keinen Hehl daraus, dass er sich über die Verzögerung des Baubeginns ärgert. Eigentlich hatten alle Beteiligten damit gerechnet, das Projekt ohne Einwände umsetzen zu können. Allerdings legen Ködding, van Horrick und Dorbritz großen Wert darauf, dass das Genehmigungverfahren rechtlich einwandfrei von statten geht.

Die Parkplatzsuchenden brauchen also weiter Geduld.

Von Kai A. Struthoff

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