Proteste gegen Bundestagsrede: Roth und Heiderich hören zu

Papst-Pilger hoffen auf spirituelle Impulse

Hersfeld-Rotenburg. Das Berliner Olympiastadion ist ausverkauft und auch sonst zieht der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland Besuchermassen an. Aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg werden nach Schätzungen von Pfarrer Bernhard Schiller, dem Sprecher des Pastoralverbunds, mindestens 100 Gläubige nach Erfurt und weitere 200 nach Etzelsbach pilgern.

Aus den eher katholisch geprägten Gemeinden rund um Eiterfeld werden etwa 200 Gläubige an organisierten Bustouren der Firma Kiel-Reisen zur Papstmesse teilnehmen, sagte Geschäftsführer Thomas Fongar unserer Zeitung.

Trotz der derzeitigen politischen Diskussion um die Rede des Papstes im Bundestag und der Kritik an den hohen Kosten erwartet Pfarrer Schiller von der Visite des Heiligen Vaters „wichtige Impulse“. Der Papst vermittle „Demut und Weisheit“, sagt Schiller, der Benedikt schon vor dessen Wahl zum Papst kannte.

„Johannes Paul wollten die Menschen sehen, Benedikt wollen sie hören“, meint Schiller. Von ihm könne man sich gedanklich anregen lassen. Deshalb versteht Schiller die Boykott-Drohungen einiger linker Abgeordneter im Bundestag auch nicht. „Der Papst spricht dort als Staatsoberhaupt über politische und nicht religiöse Fragen, außerdem kommt der Papst in sein Heimatland“, verteidigt Schiller die Rede.

Auch die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Michael Roth (SPD) und Helmut Heiderich (CDU) werden die Rede Benedikts im Bundestag verfolgen. „Europa ist auf dem christlichen Glauben aufgebaut, es geht auch um die Zukunft der EU“, sagt Heiderich. Der Papst stehe für Moral und Werte und erreiche auch junge Leute. Deshalb sei es richtig, dass er im Bundestag spricht.

Michael Roth sieht die Papst-Rede gelassen. Immerhin habe Benedikt deutsche Wurzeln. Dennoch sollten auch die Bedenken der Kritiker ernstgenommen werden. „Aber wir sollten gute Gastgeber sein“, sagt Roth. Seite 2, Zum Tage

Von Kai A. Struthoff

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