Kompliziertes Auswahlverfahren für Architektenleistungen abgeschlossen

Papierkrieg für Schilde-Park

Na bitte, das sieht doch schon gut aus: Ausgeräumt und von eine Galerie auf halber Etage befreit verbreitet die Veranstaltungshalle auf dem Schilde-Areal schon vor energetischer Sanierung und behutsamem Ausbau den Charme alter Industriekultur. Das findet ganz offensichtlich auch den Gefallen von Bürgermeister Hartmut H. Boehmer. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Wenn Bad Hersfelds Bürgermeister Hartmut H. Boehmer gekonnt hätte, wie er wollte, dann wären die Architektenleistungen für die Neugestaltung des Schilde-Areals von vornherein an die bereits an der Vorplanung beteiligten Büros gegangen. Doch Boehmer durfte nicht.

Stattdessen mussten diese Arbeiten in einem hochkomplizierten Verfahren europaweit ausgeschrieben werden. Dabei versicherte sich die Stadt sogar der Mithilfe einer darauf spezialiserten Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei.

Erhofftes Ergebnis

Am Ende stand jetzt allerdings das erhoffte Ergebnis: Mit den Landschaftsplanern von Wette + Küneke aus Göttingen und dem Büro Kleineberg & Pohl aus Braunschweig für die Gebäude haben die Favoriten der Stadt den Zuschlag erhalten. Hinzu kommen das Göttinger Ingenieurbüro Rinne & Partner für die Infrastruktur und die Gewässer Spezialisten von WAGUV aus Kassel.

Damit des Papierkriegs jedoch nicht genug: Mit der Firma Petri & Tiemann aus Bremen mussten zwei umfangreiche Verträge über die Einrichtung sowie über den Betrieb des Science-Centers (Wissens- und Erlebniswelt) zum Thema Sprache ausgearbeitet werden. Diesen hat der Aufsichtsrat der städtischen Wirtschaftsbetriebe jetzt zugestimmt.

Ebenfalls unbeobachtet von der Öffentlichkeit wurde die sogenannte Veranstaltungshalle in der Benno-Schilde-Straße komplett ausgeräumt und – wegen des Funkenflugs teilweise unter Feuerwehr-Aufsicht – von einer Metall-Galerie auf halber Etage befreit. Im derzeitigen Rohzustand wird das Industriedenkmal zunächst einmal den Festspielen zur Verfügung stehen. Die geplante energetische Sanierung und der behutsame Umbau sollen bis 2013 erfolgen.

Für jedermann sichtbar wird der Abriss der neueren, nicht denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände sein. Die Aufträge dafür werden laut Bürgermeister am 8. März vergeben. Beginn der Abbrucharbeiten entlang der Benno-Schilde-Straße ist nach Ostern, spätestens am 12. April.

Ende November fertig

Ab September arbeiten sich die Bagger dann in Richtung Schillerplatz und Seilerweg vor. Bis Ende November soll diese Phase abgeschlossen sein.

Gleich anschließend beginnt der Ausbau der Stockwerkshallen und die Gestaltung der Mittelachse: Bis Ende nächsten Jahres wird die Stadt Bad Hersfeld in die Umgestaltung der ehemaligen Industriefläche in den Schilde-Park nach Angaben von Hartmut H. Boehmer 25,5 Millionen Euro investiert haben.

Von Karl Schönholtz

Kommentare