Die Aufführungen von Mozarts „Zauberflöte“ verfolgten 600 Zuschauer im Bach-Haus

Papageno sucht Frau

Das Spiel auf der Zauberflöte löst am Ende die Probleme: Papageno (Thomas Gropper) findet seine Papagena (Judith Spiesser) und freut sich überschwänglich. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Mit einem lauten Pfeifen kündigte sich Papageno an, bevor er den Zuschauerraum im Johann-Sebastian-Bach-Haus betrat. Als die Kinder die ulkige Gestalt in dem bunten Federkleid sahen, juchzten sie bereits vor dem Beginn der Aufführung von Mozarts Oper „Die Zauberflöte“.

Schulklassen und Familien waren vom Arbeitskreis für Musik eingeladen worden, diese zauberhafte Inszenierung vom Ensemble „Junge Oper München“ mitzuerleben. Mit jeweils 300 Zuschauern waren die zwei Vorstellungen sehr gut besucht.

Mozarts märchenhaftes Werk eignet sich hervorragend für Kinderaufführungen zum einen, weil dessen Handlung leicht zugänglich ist, zum anderen, wenn es in der Bearbeitung von Prof. Thomas Gropper und vor allem mit ihm als Papageno präsentiert wird.

Oper oder Rechenstunde?

„Wollt ihr jetzt eine Rechenstunde haben oder eine Oper hören?“, fragte Papageno die kleinen Gäste. Die meisten wollten die Rechenstunde. Sie wussten noch nicht, was für ein spaßiges Erlebnis eine Oper sein kann. Statt der üblichen drei Stunden dauert Groppers Fassung nur eine Stunde. Gleich zu Beginn checkte Gropper das Wissen der Zuhörer ab. „Wer kennt denn das Vogelsängerlied?“, wollte er wissen. Erstaunlich viele Hände schnellten hoch. Das daraufhin gemeinsam gesungene Lied „Der Vogelsänger bin ich“ bewies die gute Vorbereitung in den Klassen. „Wie singt denn die Königin der Nacht?“, erkundigte sich Gropper. „Laut“, hieß die Antwort. Dass sie „schön“ singt, musste sie erst noch beweisen.

Gesang auf hohem Niveau

Das tat dann auch Judith Spiesser als Königin zusammen mit den anderen Ensemblemitgliedern auf sehr hohem Niveau: Christina Günter als Pamina, Klaus Babilon als Tamino, Benedikt Haag als Monostasos und Benjamin Graf als Sarastro.

Für eine Oper braucht man auch ein Orchester, erklärte Gropper den Kindern, das passe aber hier nicht rein, deshalb habe man es zum Klavier zusammengefaltet. Franz Hauk begleitete die Solisten auf diesem Instrument vorzüglich.

Freundin aus dem Internet

Die Kinder wurden mehrfach in die Handlung miteinbezogen. Sie mussten einen Drachen töten, was aber nicht gleich glückte, weil der Luftballon in seinem Bauch nicht platzen wollte. Und sie rätselten eifrig mit, wie Papageno eine Freundin bekommen kann. „Aus dem Internet“, riet ihm ein Kind, „Zieh Dir etwas Schickeres an“, meinte ein anderes.

Am Ende der Oper bekommt der Vogelfänger seine entzückende Papagena, nachdem sie sich stotternd in der Arie „Pa-pa-pa“ ihre Liebe bekunden. Papageno zieht mit ihr fröhlich auf seiner Panflöte zwitschernd von dannen - und ein gut unterhaltenes Publikum machte sich auf den Heimweg.

Von Vera Hettenhausen

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