Präsident Alfons Georg Hoff: Schärferes Vorgehen erforderlich

Osthessen: Mehr Gewalt gegen Polizei

Polizeipräsident Hoff

Hersfeld-Rotenburg. Die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte ist auch in Osthessen ein Problem. Die Zahl der Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - wie dies im spröden Juristendeutsch heißt - wächst in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Fulda und Vogelsberg.

458 Fälle waren es nach Angaben des osthessischen Polizeipräsidiums im Vorjahr - neun mehr als im Jahre 2008. 2005 hatte die Polizei „nur“ 391 Widerstandshandlungen registriert. 442 waren es 2006 und 422 im Jahr danach. Die Aufklärungsquote lag im Vorjahr bei 93,2 Prozent. Die zunehmende Gewalt bereitet auch der Polizeiführung Sorgen.

„Die gesellschaftlichen Veränderungen und die zunehmende Gewaltbereitschaft in Teilbereichen der Gesellschaft gegenüber Hoheitsträgern des Staates und insbesondere gegen Polizeibeamte sind erschreckend und Besorgnis erregend.“ Das sagte Polizeipräsident Alfons Georg Hoff im Gespräch mit unserer Zeitung. Und: „Ein schärferes Vorgehen gegen diese Gewalttäter erachte ich als zielführend und erforderlich.“

„Seit über zehn Jahren ist eine statistische Steigerung der Fallzahlen zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu registrieren“, sagte auf Anfrage Kriminalhauptkommissar Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg.

Drei Jahre Haft drohen

Die Innenminister von Bund und Ländern hatten - wie berichtet - kürzlich einstimmig beschlossen, Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte besser gegen Tätlichkeiten zu schützen. Der Strafrahmen bei Widerstand gegen Polizeibeamte soll von zwei auf drei Jahre erhöht werden.

Von Manfred Schaake

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