Kinder bekommen viele Geschenke – Kirche kritisiert Kommerz

Ostern ist das kleine Weihnachten

Hersfeld-Rotenburg. Schoko-Osterhasen und bunte Eier gehören zum Osterfest dazu. Doch in vielen Familien werden offenbar auch größere Spielsachen, Handys oder Computerspiele verschenkt. 48 Euro würden Eltern laut der aktuellen Umfrage eines Spielwaren-Händlers im Schnitt für die Ostergeschenke ausgeben,

„Ostern ist für die Spielwarenbranche das kleine Weihnachten“, sagt auch Jürgen Thielemann von Spielwaren Sulzer in Bad Hersfeld. Der Ostermonat sei der Monat mit dem drittstärkste Umsatz im Jahr. Besonders beliebt seien zurzeit Lego und Playmobil, aber angesichts des Frühlings würden auch Inlineskates, Skateboards oder Sandmuscheln gut verkauft.

Ute von der Grün, Leiterin der Bad Hersfelder Kindertagesstätte Rosengasse, beobachtet ebenfalls, dass Eltern heute vermehrt große Geschenke zu Ostern machen. „Die Kinder bekommen Spielzeug fast wie zu Weihnachten“, berichtet die Erzieherin. „Das ist völlig übertrieben.“ Süßigkeiten in Maßen oder sinnvolle Kleinigkeiten seien hingegen völlig ok. Von der Grün empfiehlt etwa Straßenmalkreide, Gummitwists oder Springseile. „Solche Spiele fördern die Koordinationsfähigkeit der Kinder.“

Eckhard Möller von der evangelischen Erziehungsberatungsstelle in Bad Hersfeld rät in Sachen Schenken generell zur Mäßigung. „Wenn die ganze erweiterte Verwandtschaft etwas schenkt, wird es schnell unübersichtlich und das einzelne Geschenk ist nichts besonderes mehr.“ Eltern sollten deshalb vorab steuernd eingreifen.

Aber nicht nur der Spielwarenhandel und die Lebensmittelhändler profitieren von Ostern, der gesamte Einzelhandel verzeichnet mehr Umsätze. In den Bekleidungs- oder Elektrogeschäften liege dies aber vor allem an der beginnenden Frühlingssaison und den freien Tagen.

Die Kirchenvertreter des Kreises sehen die zunehmende Kommerzialisierung des höchsten Kirchenfestes kritisch.

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Von Nadine Maaz

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