Neues Instrument für die Johanneskirche wird am Palmsonntag „begrüßt“

Orgelbau mit Anlauf

Eine neue Orgel für die Johanneskirche: Pfarrer Holger Grewe, Kirchenvorsteher Wolf Kleckel, Aaron Schülken von der Rotenburger Orgelbauwerkstatt und Orgelbaumeister Peter Kozeluh (von links) freuen sich auf die „Begrüßung“ des Instruments im musikalischen Gottesdienst am Palmsonntag um 14 Uhr. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Wer in den Gottesdiensten der evangelischen Johanneskirche in Bad Hersfeld die Orgel spielen musste, der hatte in den letzten Jahren keine leichte Aufgabe: Die altehrwürdige Rössler-Orgel war nicht nur ein kompliziertes Instrument mit selten genutzten Funktionen, sondern es war schon seit längerer Zeit renovierungsbedürftig.

Bereits seit 2009 beschäftigte Kirchenvorstand und wechselnde Pfarrer die Frage, ob das aus dem Jahr 1948 stammende Instrument noch einmal in Schuss gebracht werden sollte oder ob die Anschaffung einer neuen Orgel nicht doch vorzuziehen sei.

Vor vier Jahren fiel dann die Entscheidung für den Neubau. Doch mit Finanzierung, Bau und Aufbau des Nachfolgers zog sich die Sache bis in diese Tage hin: Am kommenden Sonntag, dem Palmsonntag, wird die neue Noeske-Orgel mit einem Gottesdienst „begrüßt“ und von ihrem Erbauer gespielt.

Dieses Privileg genießt Peter Kozeluh, Orgelbaumeister in der Rotenburger Orgelbauwerkstatt Noeske, deren Mitinhaber er ist. Ein Dreivierteljahr hat er an dem Instrument gearbeitet, es in den beiden vergangenen Wochen in der Kirche aufgebaut und sorgfältig gestimmt. Doch auch Senior-Chef und Namensgeber Dieter Noeske, Mine Waskowiak und Erika Schmidt-Glintzer werden bei dieser Gelegenheit Tasten und Register bedienen dürfen.

Kosten: 40 000 Euro

Am 15. Mai um 19.30 Uhr gibt es auf dem Johannesberg sogar ein Orgelkonzert, bei dem auch die bisweilen eingesetzte Truhen-Orgel gespielt wird. Rund 40 000 Euro hat die Stadt- und Johanneskirchengemeinde für das neue Instrument investieren müssen. Das gelang durch eine großzügige Erbschaft der Familie Seeberg, 10 000 Euro an privaten Spenden, durch die Unterstützung des Kirchenkreises und der Sparkassenstiftung.

Für die Organisten wird das Spiel fortan etwas leichter: Die Noeske-Orgel ist weniger kompliziert als ihr Vorgänger, in der Bauart einer Hausorgel dominieren die Grundtöne. Doch ein bisschen was von Rössler steckt auch in der neuen Orgel: 12 alte Holzpfeifen wurden bei ihrem Bau wieder verwendet.

Von Karl Schönholtz

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