Opern-Perspektive und Wahl-Splitter

Karl Schönholtz

Wird es bei den Bad Hersfelder Festspielen 2017 wieder eine „richtige“ Oper geben? Und wenn ja, ist der Arbeitskreis für Musik (AfM) wieder mit im Spiel? Die Antwort lautet wohl zweimal: Nein. So jedenfalls sind die Aussagen von Joern Hinkel, dem künstlerischen Leiter der Festspiele, in der Sitzung des Kulturausschusses zu deuten. Hinkel berichtete zwar von Plänen, das Lutherjahr 2017 auch musikalisch zu würdigen, sprach aber von einer Produktion, die eher konzertant mit Bewegung angelegt sein dürfte. Für mehr fehle es schlicht am Geld: Eine halbe bis eine ganze Million Euro mehr würde benötigt, um Oper auf dem Niveau von Schauspiel und Musical auf die Bühne der Stiftsruine zu bringen. Von einer Mitwirkung des AfM, der bis vor einem Jahr in eigner Trägerschaft für die Oper zuständig war, ist dabei keine Rede. Vielmehr planen die Festspiele mit dem musikalischen Leiter Ulrich Manfred Metzger und dem neu etablierten Hessischen Konzert- und Festspielchor. Auch sei das Fördergeld aus Berlin und Wiesbaden nicht an eine Oper gebunden, machte Hinkel deutlich.

Der AfM hat nach dem zwischenzeitlichen Zerwürfnis mit der Festspiel-Intendanz sowohl Interesse und Kompromissbereitschaft signalisiert, um wieder einen Fuß in die Ruine zu bekommen. Danach sieht es im Moment nicht aus. Auch scheint der Verein seine in der Vergangenheit noch sehr starke politische Lobby in der Stadt verloren zu haben. Keine guten Aussichten. Schon gar nicht für Siegfried Heinrich, den Begründer der „Oper in der Stiftsruine“.

Die Bürgermeisterwahl in Bad Hersfeld ist Geschichte, der politische Alltag ist längst wieder eingekehrt. Dennoch dazu noch zwei Anmerkungen: Bei der Präsentation der Ergebnisse im Multifunktionsraum hat uns die Professionalität beeindruckt, mit der das Team um Wahlleiter Jerome Sauer zu Werke ging. Die Technik funktionierte, alles lief Hand in Hand, so dass schon eine halbe Stunde vor dem anvisierten Zeitpunkt der letzte Wahlbezirk eingespeist werden konnte.

Ein Herz für ehrenamtliche Wahlhelfer zeigte der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Roth. Er bedankte sich, als er zum Wählen kam, nicht nur herzlich bei den Helfern, die sich den sonnigen Sonntag im Wahllokal um die Ohren schlugen, sondern reagierte auch prompt auf den Scherz einer Wahlhelferin, dass der Dank zwar nett sei, ein Fläschchen Sekt aber noch netter. Kurz darauf kam Roth zurück – mit einer großen Flasche des perlenden Getränks im Gepäck. Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren war, wurde der aber nicht vor der Stimmauszählung getrunken.

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