Opern-Aus, Flüchtlingsstrom und Kali-Sorgen

Karl Schönholtz

Auch wenn es gestern kein Thema war, ein Blick auf den vorgesehen Spielplan bestätigte ein offenes Geheimnis: die Oper in der Stiftsruine ist Geschichte – zumindest in ihrer bisherigen Form. Im nächsten Jahr soll es im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele zwei „opernhafte Konzerte“ geben, 2017 dann eventuell eine richtige Inszenierung.

Der Arbeitskreis für Musik (AfM), der bisher für die Oper verantwortlich war, bleibt außen vor. Das hätte nicht sein müssen, aber die kompromisslose Haltung von Opern-Chef Siegfried Heinrich hat eine Zusammenarbeit wohl unmöglich gemacht. Was aus dem AfM werden soll, ist ebenfalls unklar: Mehrere Anfragen unserer Zeitung bei Heinrich blieben ohne Antwort. Und das Fördergeld aus Wiesbaden fließt jetzt bekanntlich in den Festspiel-Etat...

Es war nur eine Frage der Zeit, wann auch unser Kreis ein größeres Kontingent an Flüchtlingen aufnehmen muss. Denn der Zustrom ist ungebrochen und unser Kreis ist bislang vergleichsweise glimpflich davongekommen. Landrat Dr. Michael Koch hat deshalb im Landratsamt einen Führungsstab, eine Art Task Force, gebildet, die diese Herausforderung koordinieren soll. Sie steht unter Leitung von Dieter Pfaff, der auch dem zuständigen Fachbereich für den Katastrophenschutz vorsteht. Ziel des 13-köpfigen Stabes: Kurze Wege. Am Mittwoch war die erste Sitzung, jetzt werden geeignete Objekte besichtigt.

Als geeignetes Objekt war in Bad Hersfeld schon seit geraumer Zeit die ehemalige Hoechst-Kantine ausgeguckt. Doch die Einrichtung einer Unterkunft stockt wegen der nach wie vor ungeklärten Frage der Entsorgung. Dies liege nicht an der Stadt, beteuerte Bürgermeister Thomas Fehling auf Nachfrage und versicherte, dass alle Beteiligten Hand in Hand nach einer zeitnahen Lösung suchten.

Das Flüchtlingsthema überdeckt im Moment alle anderen Sorgen. Aber das Bangen um die Verlängerung der Versenkerlaubnis bei K+S hält an. Bislang gibt es dem Vernehmen nach noch keine Entwarnung. Im schlimmsten Fall könnten kurz vor Weihnachten im Verbundwerk im Werratal die Lichter ausgehen. Das wäre keine schöne Bescherung.

Eine schöne Bescherung fürchten auch die Frühschwimmer in Bad Hersfeld, weil das alljährliche Defizit der drei städtischen Bäder von rund 1,6 Millionen Euro bei den Haushaltsberatungen für 2016 wieder auf den Tisch kommen wird.

Bürgermeister Thomas Fehling hat in seiner Haushaltsrede jedoch schon deutlich gemacht: Geistalbad und Aquafit stehen wegen der sportlichen und gesundheitlichen Kompomente nicht zur Disposition. Wenn gespart werden soll, dann nur durch Verkauf oder ein neues Betreibermodell der Kurbad-Therme.

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