Am Klinikum Bad Hersfeld wird jetzt durch den Nabel im Bauchraum gearbeitet

Operation ohne Narbe

Keine Narbe auf dem Bauch: Operiert wurde durch den Nabel.

Bad Hersfeld. Bauchoperation ohne Narbe? Das wird seit Kurzem am Klinikum Bad Hersfeld praktiziert. Dabei sind nicht etwa Wunderheiler am Werk. Professor Johannes Scheele und seine Kollegen gelangen vielmehr durch einen kleinen Schnitt im Nabel in den Bauchraum, um dort zu entfernen, was den Patienten Probleme macht.

Die neue Operationsmethode ist geeignet für Blinddarm-, Leistenbruch- und Gallenblasenoperationen oder für leichtere Eingriffe am Darm, erklärt Scheele, also alles, was durch ein etwa drei Zentimeter großes Loch erledigt und rausgeholt werden kann. Denn größer sollte der Schnitt am Nabel nicht sein, sonst sei die Operation durchs Schlüsselloch wenig sinnvoll.

Vorteile für Patienten

Vorteile von der minimal invasiven Chirurgie haben vor allem die Patienten. Alle Probleme, die mit dem Zugang zum Operationsfeld zusammenhängen, wie Schmerzen, Infektionen oder Folgekrankheiten fallen weg, betont Scheele. Das bestätigen Helga Barczak, Martina Lepper und Ivonne Koch. Sie sind die Patientinnen Nummer zwei, drei und vier, die Scheele nach der neuen Methode operiert hat. „Das ist wirklich gut geworden. Da sieht man nichts“, erzählt Helga Barczak aus Bad Hersfeld. Martina Lepper hat lediglich einen leichten Wundschmerz direkt nach der Operation gespürt und fühlte sich schnell wieder fit. Drei Tage nach dem Eingriff konnten die beiden Patientinnen wieder nach Hause gehen und haben jetzt keine Beschwerden mehr.

Früher, so erzählt Professor Scheele, lag man nach der Entfernung der Gallenblase zwei Wochen im Krankenhaus und hatte eine mindestens 15 Zentimeter lange Narbe.

Für das Klinikum bringt die neue Operationstechnik zunächst einmal zusätzliche Kosten. Die Operationen dauern etwa doppelt so lange und sind – auch wegen der dafür notwendigen speziellen Instrumente – deutlich teurer.

Der Trend geht jedoch, davon ist Scheele überzeugt, zur Schlüssellochchirurgie. An anderen Kliniken werde sie schon für große Leber-Operationen angewandt.

Von Christine Zacharias

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