Arbeitskreis für Musik benennt Stellvertreter für Siegfried Heinrich – Konzept bis Juni

Oper in der Stiftsruine plant die Zukunft

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Der Arbeitskreis für Musik plant die Zukunft der Oper in der Stiftsruine: Karel Mitásˇ (links) soll eines Tages dem musikalischen Direktor Siegfried Heinrich (Mitte) nachfolgen. Rechts Vereinsvorsitzender Alf Rothe. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Die Oper in der Stiftsruine plant ihre Zukunft. Mit der Benennung des Tschechen Karel Mitásˇ (38 Jahre) zum stellvertretenden künstlerischen Direktor hat der Vorstand des Trägervereins Arbeitskreis für Musik (AfM) jetzt die Nachfolge von Professor Siegfried Heinrich (79) geregelt. Heinrich wird die Oper als musikalischer Direktor gemeinsam mit Mitásˇ leiten, „so lange es geht“.

Karel Mitásˇ, der neun Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat und seit 2008 Konzertmeister des Orchesters Virtuosi Brunenses ist, wird zudem bis Ende Juni die Eckpunkte eines Konzepts erarbeiten, das die Vorstellungen des AfM für die weitere Entwicklung der Oper über das Jahr 2016 hinaus beinhaltet.

Bis 2016 verlängert

Darauf haben sich Vertreter des AfM und der Magistrat der Stadt Bad Hersfeld verständigt, der sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Thematik beschäftigt hat. Einvernehmen besteht auch darin, dass die Regelungen des 2015 auslaufenden Vertrags über die Koexistenz von Festspielen und Oper sowie über die Nutzung der Stiftsruine ein Jahr länger gelten sollen.

2016 endet auch die Intendanz von Holk Freytag bei den Bad Hersfelder Festspielen. Hier ist die Nachfolge noch nicht geregelt. Gegenüber unserer Zeitung erklärten Heinrich, Mitásˇ und AfM-Vorsitzender Alf Rothe, Bürgermeister Thomas Fehling habe bekräftigt, die Oper künftig unter dem Dach der Festspiele stattfinden zu lassen. Entsprechende Überlegungen hatte Fehling kürzlich vorgestellt, ohne sich allerdings mit der Festspiel-Intendanz oder den politischen Gremien abgestimmt zu haben (unsere Zeitung berichtete).

Siegfried Heinrich wies jedoch darauf hin, dass eine veränderte Trägerschaft die Kosten der Oper deutlich erhöhen würde. Die bisherige ehrenamtliche Arbeit könne nur über den Verein geleistet werden. Auch würde der vom Bürgermeister gewünschte häufige Wechsel von Opern- und Schauspielaufführungen im Spielplan durch die erforderlichen Umbauten zu teuer werden.

An Verein vermieten

„Eine Integration ist schon möglich,“ sagte Alf Rothe, „aber nur, wenn die Stadt die Stiftsruine an den Verein vermietet.“

Im Übrigen ist der AfM überzeugt davon, dass eine Verschmelzung beider Träger unter einer Führung nicht funktionieren und zur Bevorzugung beziehungsweise Vernachlässigung einer Sparte führen wird.

„Ich bin im Theater geboren,“ sagt Karel Mitásˇ, „und habe es noch nie erlebt, dass sich einer bei Oper, Schauspiel und Musical gleichermaßen gut auskennt.“ Ginge es alleine nach dem AfM, würde das Nebeneinander von Oper und Festspielen fortgesetzt – mit einer Ausnahme: der gemeinsamen Werbung.

Die sei in der Präambel des aktuellen Vertrages eigentlich festgeschrieben, mahnt Siegfried Heinrich an, doch werde diese Forderung seitens der Festspiele nur unzureichend erfüllt. „Wir haben nie Anlass zu Schwierigkeiten gegeben,“ sagt der musikalische Direktor.

Auch wenn Karel Mitásˇ derzeit noch nicht weiß, mit wem die Oper ab 2016 bei den Festspielen zusammenarbeiten wird, will er in seinen Vorschlägen an den Magistrat auch die Erwartungen des AfM an einen neuen Intendanten formulieren. (ks)

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