Barbier von Sevilla und Verkaufte Braut werden in Bad Hersfeld klassisch inszeniert

Oper in Originalversion

Freuen sich auf den Start der Opernsaison (von links): Künstlerischer Direktor Prof. Siegfried Heinrich, AfM-Vorsitzender Alf Rothe, Nicole Schlabach von der Sparkassen-Kulturstiftung, Pressesprecherin Sophie-Renata von Trott zu Solz, Martin Ohu (Kezal in Verkaufte Braut, VB), Teresa Smolnik (Rosina in Barbier), Floriam Kresser (Don Bassilio, Barbier), Daniel Hirschel (Presse), Fritz Feilhaber (Hans, VB), Amber Opheim (Marie, VB), Konzertmeister Karel Mitar, Manuela Bress (Kathinka, VB), Regisseur Hugo Wieg, Riccardo Di Francesco (Don Bartolo, Barbier), Julia Fercho (Agnes, VB) sowie hockend im Vordergrund Regisseur Josef Novak.

Bad Hersfeld. Oper ganz nach alter Schule, das erwartet die Besucher in Bad Hersfeld auch in diesem Jahr. „Wir halten uns an den Urtext“, versicherte der künstlerische Direktor der Oper, Siegfried Heinrich. „Wir wollen so nah wie möglich an der gewollten Interpretation sein.“

Mit diesem Ansatz ist er sich einig mit den Regisseuren des Jahres 2011. Hugo Wieg, der den „Barbier von Sevilla“ inszenieren wird, und Josef Novak, der „Die verkaufte Braut“ auf die Bühne bringt, legen ebenfalls großen Wert darauf , dass die Originalversion auf der Bühne der Stiftsruine zu sehen ist – wenn auch in deutscher Sprache, ein Zugeständnis an die Textverständlichkeit.

Das erlebt man nur selten

Die Arbeit in Bad Hersfeld schätzen auch die Solisten. „So wie hier gearbeitet wird, das ist alte Schule. Das erlebt man nur ganz selten. Hier geht man mit Handwerkszeug nach Hause“, schwärmt Manuela Bress, die in der „Braut“ die Rolle der Mutter übernimmt. Auch viele andere Sängerinnen und Sänger sind gerne nach Bad Hersfeld zurückgekommen, weil sie die einzigartige Atmosphäre in der Stiftsruine und die Herangehensweise an die Opern mögen.

Das soll auch in Zukunft so bleiben, versicherte der künstlerische Direktor Siegfried Heinrich. Er habe in den vergangenen Wochen Gespräche mit dem Magistrat geführt, und es sei ihm versichert worden, dass Oper und Festspiele wie bisher friedlich nebeneinander her arbeiten sollten, dass kein Interesse daran bestehe, den bestehenden Vertrag zu ändern.

Auf die Frage, ob er das Vermittlungsangebot des Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, Helgo Hahn, annehmen wolle, ging Heinrich nicht ein. Er stellte lediglich fest, dass man mit Helgo Hahn sehr gut zusammenarbeite.

Mit einer durchschnittlichen Auslastung von etwa 75 Prozent seien die Opernfestspiele ein für die Stadt Bad Hersfeld nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, erklärte Alf Rothe, der Vorsitzende des Arbeitskreises für Musik, der die Oper in der Stiftsruine organisiert. Der Vorverkauf liege in diesem Jahr mit 35 Prozent zwar leicht unter dem Wert des Vorjahres, als zu diesem Zeitpunkt bereits 40 Prozent der Karten verkauft waren. Rothe ist jedoch zuversichtlich, dass die bekannten Opern wieder Publikum in großer Zahl anziehen werden.

Preise bleiben unverändert

Die Eintrittspreise seien unverändert, weil man wisse, dass viele Menschen sich teurere Karten nicht leisten könnten, betonte Heinrich.

Das Budget der Opernfestspiele beläuft sich in diesem Jahr auf 650 000 Euro. Zu verdanken sei das vor allen den Hauptförderern, der Hessischen Landesregierung, der Stadt Bad Hersfeld sowie der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, dem Sparkassen-Giroverband Hessen-Thüringen mit seinen Partnerunternehmen der Sparkassen Versicherung, der Landesbank Hessen-Thüringen sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und zudem den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, betonte Rothe. „Die Oper in Bad Hersfeld hat sich zu einem festen Prädikat in Hessen und ganz Deutschland entwickelt. Wir fördern sie gerne“, stellte Nicole Schlabach von der Sparkassen-Kulturstiftung fest.

Von Christine Zacharias

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