Live Jazz – Musikalische Vielfalt in der Bad Hersfelder Innenstadt

Open Air unterm Schirm

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Parade der Regenschirme: Beim Konzert der Gospelchöre auf dem Linggplatz ließen sich diese Besucherinnen auch durch den Regen die Stimmung nicht vermiesen.

Bad Hersfeld. Trockene Plätze und Regenschirme waren am Samstag bei den Besuchern des Live Jazz sehr begehrt. Besonders bedauerlich war die Nässe von oben sicher für die Musikerinnen und Musiker, die mit viel Herzblut und Engagement die Bühnen in der Innenstadt und in den Kneipen bevölkerten.

Der Regen war vor allem bei den Veranstaltungen am Nachmittag der Hauptgrund dafür, dass sich der Publikumszuspruch eher in Grenzen hielt. Auch die vielen Aktiven in den gelben T-Shirts, die sich in der gesamten Innenstadt eifrig bemühten, die Solidaritäts-Buttons an den Mann oder die Frau zu bringen, hatten es nicht leicht.

Doch diejenigen, die sich tatsächlich auf den Weg gemacht hatten, ließen sich die Freude an der Musik trotz klammer Kleidung und regenschirmbedingten Mangels an freien Händen nicht vermiesen. Sie bewiesen, dass Bad Hersfeld auch bei Nässe groovt und dass es hier eine nicht ganz unbeträchtliche Zahl von Menschen gibt, die trotz ungünstiger Wetterbedingungen „ihrem“ Live Jazz-Festival die Treue halten.

So wurde am Nachmittag bei den Auftritten der Gospel-Chöre auf dem Linggplatz und der Jungeltones im Breitenstraßen-Pavillon mitgesungen und getanzt. Die Jungletones luden darüber hinaus mit einer Kiste voller Rhythmusinstrumente ihr Publikum zu aktivem Mitwirken ein.

Das musikalische Spektrum war groß: Neben allen Stilrichtungen des Jazz, Blues und Rock’n Roll gab es für nahezu jeden Geschmack das passende Angebot.

Während auf dem Linggplatz der Wildecker Chor „Colours of Music“ zusammen mit dem Projektchor des Kirchenkreises, dem Heringer Kirchenchor und Pfarrer Torsten Waap auch dem ungünstigen Wetter die „Schokoladenseite“ abgewinnen konnten, waren an anderen Orten außer traditionellem New Orleans- und Dixieland-Jazz auch Hillbilly, Country und Ska zu erleben. Eine bunte Mischung, bei der sicher jeder, der sich auf den Weg gemacht hatte, auf seine Kosten kam.

Live Jazz – Musikalische Vielfalt in der Bad Hersfelder Innenstadt

Etwas besser standen die Chancen auf trockene Füße und Köpfe am Abend beim Kneipen-Jazz und den Konzerten im Bachhaus und in der Stadtkirche. Das spiegelte sich auch am Publikumsinteresse wider. An sehr unterschiedlichen und nicht immer „konzertspezifischen“ Orten gab es viel zu erleben. Ob American Blues im Eiscafé, New Orleans Brass in der City Galerie, Blues und Boogie in entspannt-loungiger Atmosphäre im Konrads oder Big Band Sound im gut gefüllten Buchcafé - das Abendprogramm ließ kaum Wünsche offen. Auf ihre Kosten kamen auch die Freunde experimentellerer musikalischer Projekte. Und das ausgerechnet an einem so traditionsreichen Ort wie der Stadtkirche. Hier wurde unter dem Titel Acoustic@Church nach einem halbstündigen Percussion- und Drum-Solo auf unkonventionellem Instrumentarium mit Tobias Schirmer noch ein besonderes Konzert für Posaune und Orgel geboten, bei dem sich Stadtkirchenkantor Sebastian Bethge zusammen mit dem Jazz-Posaunisten Rick Trolsen auf einen improvisierten Klangaustausch einließ. (uj)

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