Online-Mobbing: Polizei im Kreis registriert jährlich etwa 20 Fälle

Online-Mobbing: Opfer am virtuellen Pranger

Hersfeld-Rotenburg. Die Gefahr lauert hinter der Eingangstür zum globalen Netz: Die Polizei Hersfeld-Rotenburg ermittelt immer öfter am Tatort Internet. Gewaltszenen, Pornos und Beleidigungen finden dort eine Plattform. Zu Opfern werden jene Menschen, die zuvor mit Handys gefilmt oder fotografiert worden, aber auch diejenigen, die in sozialen Netzwerken eine Angriffsfläche bieten.

Etwa 20 Fälle von Online-Mobbing zeigen Geschädigte, meist im Alter von 14 bis 21 Jahren, jährlich bei der Polizei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg an. „Die Mitteiler sind oft Eltern, die in der Regel nur einen Rat von der Polizei wollen“, erklärt Manfred Knoch, Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen.

Die registrierten Fällen sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Dunkelziffer bei Online-Mobbing schätzt die Polizei weitaus höher ein. Der Grund: Opfer schämen sich, Opfer zu sein, erzählen mitunter nicht einmal den Eltern von solchen Erlebnissen. Die neue Form des Mobbing erreicht eine ganz neue Dimension, berichtet Knoch: „Beleidigungen und Einschüchterungen verfolgen die Opfer in ihrer Privatsphäre, in der sie bisher geschützt waren.“

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Wissen, was lauert

Auf Plattformen wie Schülerverzeichnis tummeln sich aber nicht nur Schüler, die anderen nicht gut gesonnen sind, sondern auch schwarze Schafe: Erwachsene versuchen Beziehungen zu Kindern aufzubauen - mit eindeutigem Ziel. 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben im Internet schon sexuelle Anmache erlebt. Diese kann dann in der Aufforderung zu einem Treffen enden.

Die Gefahren im Internet wachsen mit den technischen Möglichkeiten: „Je mehr Funktionen bei Handys oder über das Internet verfügbar sind, um so mehr häufen sich auch die Fälle, die für Opfer peinlich sind“, erklärt Knoch. Die Polizei erwartet, dass solche Vorfälle in Zukunft öfter angezeigt werden.

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