Kooperationsvertrag von 17 hessischen Bibliotheken in Bad Hersfeld unterzeichnet

„Onleihe“ im Verbund

Sie machen bei der „Onleihe“ gemeinsame Sache: Die Vertreter 17 hessischer Bibliotheken haben gestern in Bad Hersfeld einen Kooperationsvertrag für die Ausleihe digitaler Medien unterzeichnet. Vorne rechts Eckhard Kummrow von der Hessischen Fachstelle für öffentliche Bibliotheken in Wiesbaden, links neben ihm Frank Effenberger, Leiter der Konrad-Duden-Stadtbibliothek in Bad Hersfeld. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Die öffentlichen Bibliotheken in Hessen gehen mit der Zeit: Das Kunstwort „Onleihe“ bezeichnet die immer stärker nachgefragte Ausleihe digitaler Medien. In Bad Hersfeld haben deswegen gestern Vertreter von 17 hessischen Bibliotheken einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der ihren Nutzern den unbeschränkten Zugriff auf den jeweiligen Bestand erlaubt.

Denn auch in den virtuellen Bibliotheken des Internet gilt: Eine Lizenz für ein Buch, eine Zeitung oder ein Spiel erlaubt auch nur eine Ausleihe. Durch die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit kann jedoch ein Buch, das in Niestetal zur Verfügung steht, auch von einem Leser in Bad Hersfeld ausgeliehen werden.

Die gemeinsame Onleihe der beteiligten Bibliotheken startet am 26. Oktober. Bis dahin sollen etwa 15 000 digitale Werke erworben werden. Die Federführung der Kooperation liegt bei der Hessischen Fachstelle für öffentliche Bibliotheken in Wiesbaden, einer Abteilung der Hessischen Landesbibliothek.

Deren Vertreter Eckhard Kummrow, der die gestrige Veranstaltung morderierte, erklärte dazu: „Jede Bibliothek kauft nach ihren Möglichkeiten, doch alle Partner haben Zugriff. Das ist dann wie eine automatische Fernleihe.“ Die Onleihe ist in diesem Jahr Förderschwerpunkt der Fachstelle.

Dateien mit Verfallsdatum

Partner der Bibliotheken ist dabei die Firma DiViBib GmbH in Wiesbaden, die sich auf den Erwerb der Ausleih-Rechte spezialisiert hat. Ob es die Tageszeitung oder die Zeitschrift als e-Paper ist, das Buch als digitales e-Book, ob es Audio-Dateien für Hörbücher oder Musik sind – immer geht es um eine Vereinbarung mit den Verlagen, ob und wie das Werk auch online ausgeliehen werden darf.

Wesentlicher Bestandteil ist dabei auch das „Digital Rights Management“, kurz DRM, das die Dateien schützt und ein „Verfallsdatum“ enthält. Denn auch für die digitalen Medien gibt es eine Leihfrist wie für die „richtigen“ Bücher oder CDs.

Die gestrige Kooperationsvereinbarung war demnach ein entscheidender Schritt in die Zukunft der Bibliotheken. Der örtliche Bibliothekschef Frank Effenberger war sich der Bedeutung des Moment wohl bewusst. „Später wird man einmal von den Hersfelder Verträgen sprechen, “ sagte Effenberger.

Von Karl Schönholtz

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