4. Mückenstürmer-Classics lockten trotz miesen Wetters viele Automobilfreunde an

Oldtimer im Regen

Rennwagen: Manfred Leser startet seinen Fiat 509 Spinto Monza aus dem Jahre 1925. Der 35-PS-Motor beschleunigt das 87 Jahre alte Fahrzeug auf knapp über 100 Stundenkilometer. Fotos: Reymond

Bad Hersfeld. Die Freunde alter Autos fürchten sich vor keinem Wetter. Das gilt sowohl für die Besitzer der edlen Fahrzeuge als auch für alle, die sich die betagten Karossen am vergangenen Samstag in Bad Hersfeld einmal genauer anschauen wollten.

Obwohl es während der 4. Mückenstürmer Classics immer wieder regnete, hatten sich doch viele Besitzer von Oldtimern mit ihren Fahrzeugen auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Darunter viele amerikanische Modelle.

Einen kurzen Anreiseweg hatte der Bad Hersfelder Arthur Neuske, der das wohl längste Auto vorstellte. Seinen Cadillac 1959 Flat-Top parkte er direkt am Lullusbrunnen. In kleine Parkbuchten oder gar in ein Parkhaus passt dieser 5,76 Meter lange Schlitten auch nicht hinein. Unterschlupf findet er eigentlich nur in einer ehemaligen Lkw-Garage.

2500 Kilometer im Jahr

Bis zu 2500 Kilometer im Jahr fährt Neuske mit seinem Oldtimer, dessen Heck mehr an ein Flugzeug oder gar eine Rakete denn an ein Auto erinnert. „Das ist naheliegend. Der Konstrukteur dieses Wagens war vormals Flugzeugbauer“, weiß Neuske zu berichten. Den schneeweißen Cadillac hat er vor drei Jahren in Deutschland erworben, nachdem er ihn genau unter die Lupe genommen hatte. „So etwas kauft man nicht ungesehen. Auch in den Staaten wird Schrott verscherbelt“, erklärt er.

Einer seiner Oldtimer-Kollegen, ebenfalls Hersfelder, sieht das etwas anders. Er hat seinen schwarzen 1950er Mercury in den USA gefunden, ungesehen gekauft und nach Deutschland liefern lassen. Bereut hat auch er den Kauf nicht. Schließlich ist der 300 PS-Bolide blendend in Schuss. Der V8-Motor mit seinem satten Sound lässt erahnen, dass der Mercury auf der Straße flott unterwegs ist. „180 Stundenkilometer macht er spitze“, sagt sein Besitzer. Und schnell sollte man den Mercury bewegen, wenn man Geld sparen möchte. „Im Stadtverkehr braucht er 25 Liter Sprit. Auf der Autobahn sind es nur noch elf“, teilt der Hersfelder mit.

Roter Flitzer

Mit einem echten Unikat waren Jutta und Manfred Leser aus dem thüringischen Ichtershausen angereist. Die Rennversion ihres Fiat 509 Spinto Monza soll es tatsächlich nur dieses eine Mal geben. Vielleicht zog der Rennwagen aus dem Jahre 1925 deshalb die Blicke der der Menschen magisch an. Vielleicht waren die meisten von ihnen aber auch überrascht davon, welch kräftigen Sound ein kleiner italienischer 35-PS-Motor entwickeln kann. Immerhin beschleunigt das 87 Jahre alte Fahrzeug auf über 100 Stundenkilometer.

Von Mario Reymond

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