Rund 500 000 Euro würde der Kauf einer eigenen Zuschauertribüne kosten

Festspiele: 40 Plätze mehr in diesem Jahr

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Stefan Pruschwitz, kaufmännischer Leiter der Festspiele.

Bad Hersfeld. Der große Festspiel-Streit kurz vor der Kommunalwahl ist in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend zwar ausgeblieben (wir berichteten bereits). Ganz ohne Reibereien verlief die Sitzung aber nicht. Das Wichtigste im Überblick:

Warum hat die Sitzung fast auf der Kippe gestanden? 

Nachdem sich der Ausschussvorsitzende Bernd Wennemuth (SPD) über vermeintliche Angriffe auf seine Person im Vorgriff auf die Sitzung ausgelassen hatte, stellte er die Frage in den Raum, ob der Ausschuss überhaupt noch korrekt besetzt und somit beschlussfähig wäre. Hintergrund war der Mitgliederschwund auf Seiten der Fraktionsgemeinschaft, für die Hans-Jürgen Schülbe (U.B.H.) im Haupt- und Finanzausschuss sitzt. Nachdem zunächst Horst Zanger (Linke) das Team verlassen hatte, sei in den Medien von weiteren Austritten die Rede gewesen ... Nach einer kurzen Unterbrechung und dem Angebot von Bernd Böhle (FDP), die Besetzung neu zu berechnen, konnte es aber weitergehen. Alles war ok.

Weshalb wurde der strittige Prüfbericht von der Tagesordnung genommen? 

Mit dem umstrittenen „Abschlussbericht Sonderprüfung Festspiele“, in dem es mit Blick auf die vergangene Saison um die wirtschaftliche Zuordnung von Aufwendungen zu einem Kalenderjahr geht, „mussten“ sich der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) sowie der Rechnungsprüfungsausschuss nun doch nicht befassen. Den Antrag, diesen Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, hatte Gunter Grimm (CDU) gestellt.

Nach einer kurzen, zum Teil auch inhaltlichen Diskussion, wurde der Antrag schließlich mit den HFA-Stimmen von CDU, SPD, FDP und Grünen angenommen. NBL-Vertreter Michael Bock war dagegen, Hans-Jürgen Schülbe enthielt sich. Von den Mitgliedern des Rechnungsprüfungsausschusses stimmten drei dagegen, der Rest votierte mit Ja. Für sie war die Sitzung somit gleich wieder zu Ende. Über die restlichen Tagesordnungspunkte beriet nur der HFA.

Den Prüfbericht des noch städtischen und demnächst beim Kreis angesiedelten Rechnungsprüfungsamts über das vergangene Geschäftsjahr hatte die Stadtverordnetenversammlung vor vier Monaten in Auftrag gegeben. Er soll einige Unregelmäßgkeiten zutage gefördert haben, die aber zu keinen größeren Schäden geführt hätten. Zudem fehlen offenbar noch einige Unterlagen. Über den Sinn oder Unsinn des vorliegenden Berichts wurde deshalb auch diskutiert.

„Wir stellen den Bericht nur zurück“, betonte Bernd Wennemuth mehrfach. Er werde nicht ins Nirvana wandern. Daran war auch Monika Schmidt (Grüne) gelegen. Michael Bock indes bezweifelte, ob abschließende Klarheit überhaupt möglich sei.

Welchen Mietverträgen wurde zugestimmt? 

Einmütig zugestimmt hat der Haupt- und Finanzausschuss den Mietverträgen für die Tribünenanlage mit 32 Sitzreihen inklusive Lieferung, Auf- und Abbau (die Stühle sind schon seit vielen Jahren im Besitz der Stadt), sowie die Licht- und Tontechnik. Insgesamt 360 000 Euro fallen an Miete an.

Ebenfalls gewünscht ist die Verlängerung des Mietvertrags mit dem Land Hessen für die Stiftsruine als Spielstätte.

Was würde der Kauf einer Tribüne kosten? 

Der kaufmännische Leiter der Festspiele, Stefan Pruschwitz, regt an, über den Kauf einer eigenen Zuschauertribüne für die Stiftsruine nachzudenken – am besten schon ab 2017. Für eine Tribüne wie die im vergangenen und in diesem Jahr verwendete müsse man mit rund 500 000 Euro rechnen. Bei einer geschätzten Nutzungsdauer von 15 Jahren würde sich das lohnen, so Pruschwitz. Dabei komme es allerdings auch darauf an, ob der Aufbau von einer externen Firma übernommen werde oder ob man selbst aufbaue. Auch eine Lagerstätte gibt es derzeit nicht. Der aktuelle Mietpreis beträgt 74 000 Euro.

Warum gibt es in diesem Jahr 40 Plätze mehr? 

Obwohl es sich um die gleiche Tribüne wie 2015 handelt, wird es dieses Jahr 40 Plätze mehr geben. Das habe eine nochmalige Überprüfung des Sicherheitskonzeptes ergeben, so Pruschwitz, wobei die Sicherheit natürlich weiter gewährleistet sei. Rechnerisch könnten so insgesamt 2720 Karten mehr verkauft werden.

Kein großer Streit vor der Wahl: Prüfbericht über Festspiele vertagt

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