Volkstrauertag: Zentrale Gedenkfeier auf dem Bad Hersfelder Ehrenfriedhof

Ohne Frage keine Antwort

Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, von Stadt und Landkreis, von Rotem Kreuz, Marine-Kameradschaft und der Reservistenkameradschaft Scharnhorst und andere legten gestern auf dem Bad Hersfelder Ehrenfriedhof anlässlich des Volkstrauertages Kränze nieder. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Über den Frieden zu sprechen, heißt über etwas zu sprechen, das es nicht gibt,“ zitierte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz die Schriftstellerin Astrid Lindgren, um die immerwährende Aktualität des Totengedenkens am Volkstrauertag zu verdeutlichen.

Bei der zentralen Feierstunde auf dem Bad Hersfelder Ehrenfriedhof schlug Künholz den Bogen von den Millionen Toten beider Weltkriege über die Opfer von Terror und Verfolgung bis hin zu den 6600 deutschen Soldaten, die heute im Auslandseinsatz Leben und Gesundheit riskieren. „Ihre Frage „Hört der Krieg denn niemals auf?“ hatte sich Künholz damit schon selbst beantwortet.

Friedensarbeit

Die Erste Kreisbeigeordnete thematisierte in ihrer Ansprache zudem die immer geringere Rolle, die die Erinnerung an die Weltkriegsopfer im Bewusstsein der Menschen von heute spiele. Die Generationen, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs noch selbst erlebt haben seien entweder schon gestorben oder befänden sich in der letzten Lebensphase.

Künholz erinnerte in diesem Zusammehang an die Versöhnungs- und Friedensarbeit des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Vor der Gedenkfeier hatte sie gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Fehling auch am Gedenkstein Mährisch-Schönerg im Stift einen Kranz niedergelegt.

Pfarrer Berndhard Schiller hatte zu Beginn der Feier auf dem Friedhof über den Trend zu vorschnellen Antworten und vermeintlich sicheren Überzeugungen sinniert. In seiner mit Zitaten und Verweisen gespickten Rede hatte Schiller betont, dass es „ohne Frage keine Antwort“ gebe und anhand zahlreicher Beispiele Wege aufgezeigt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Anderenfalls sei die „Sprache des Friedens“ nicht zu verstehen. Dabei scheute er auch vor anschaulichen Bezügen wie der Freilegung des Geisbaches im Schilde-Park nicht zurück.

Als störend wurden von einigen Anwesenden die Verkehrsgeräusche von der Meisebacher Straße her empfunden. Tatsächlich war die Straße in früheren Jahren für die Zeit der Gedenkfeier gesperrt.

Von Karl Schönholtz

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