Interview: Die frühere Festspielintendantin Elke Hesse über ihre neue Arbeit in Wien

Ohne Druck durchs Leben

Die frühere Festspiel-Intendantin Elke Hesse arbeitet ab sofort im Management der Wiener Sängerknaben. Foto: nh

BaD Hersfeld/Wien. Elke Hesse, die frühere Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele, ist ins Management der Wiener Sängerknaben berufen worden. Sie wird den bis 2012 fertiggestellten neuen Konzertsaal im Wiener Augarten und die Bereiche Marketing, Sponsoring und internationale Projekte übernehmen. Unsere Zeitung hat darüber berichtet. Markus Pfromm sprach mit der Wienerin, die jetzt auf Kurzbesuch in Bad Hersfeld war.

Herzlichen Glückwunsch zu der schönen Aufgabe in Ihrer Heimatstadt. Schweben Sie auf Wolke 7 ?

Elke Hesse: (lacht) Das ist natürlich wunderbar. Gerade wo ja Wien auch die Hauptstadt der Musik ist. Ich freue mich wirklich sehr, diese für mich erfüllende Aufgabe in Wien angeboten bekommen zu haben. Da passt alles zusammen, privat und beruflich.

Welche Rolle hat es bei der Berufung vielleicht auch gespielt, dass Sie Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele waren. Hat das Ihrer Karriere eine neue Wendung gegeben?

Hesse: Das hat eine große Bedeutung gehabt, weil es gibt einen großen Unterstützer als Mäzen hinter dem Projekt für den neuen Konzertsaal der Sängerknaben, der Deutscher ist und die Bad Hersfelder Festspiele sehr gut kennt. Er hat mich wohl auch aufgrund dieser Tatsache gefragt, ob ich mir die Herausforderung vorstellen kann.

Nun verbinden sich mit den Wiener Sängerknaben eher konservative Vorstellungen. Möchten Sie frischen Wind mit hineinbringen, haben Sie neue, unkonventionelle Ideen?

Hesse: Ich glaube, es ist ja schon einmal ein Zeichen, dass die Sängerknaben sich erstmals überhaupt eine Frau von außen heranholen, die sich auch ihres Images annehmen soll. Und da habe ich schon einige Ideen gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter, die auch spartenübergreifend sind.

Können Sie das an einem Beispiel erläutern?

Hesse: Ja, zum Beispiel gibt es einen konkreten Kontakt zu einem Weltstar, der sich auch sehr gut vorstellen kann, seine Arbeit mit den Möglichkeiten dieses berühmten Knabenchores zu verbinden.

Und wer ist diese Größe aus der Welt?

Hesse: (lang anhaltendes Lächeln und ein beredtes Schweigen…)

Sie sprechen selbst an, dass es eine Besonderheit ist, mit Ihnen erstmals eine Frau in die Geschäftsleitung der Wiener Sängerknaben zu berufen. Sie waren auch in Bad Hersfeld die erste Frau in der Leitung der Festspiele. Sind Sie stolz darauf?

Hesse: Das ist anscheinend mein Schicksal, das mich verfolgt. Ich habe nichts dagegen.

Das Leben folgt ja selten unseren Plänen. Nach einer Durststrecke haben Sie nun eine neue, große berufliche Herausforderung gefunden. Gab es weitere Alternativen?

Hesse: Ja, das ist spannend. Just in dem Moment, wo ich angefragt wurde für die Sängerknaben, kamen auch andere Angebote. Unter anderem für eine Produktionsaufgabe bei einem großen Projekt im Dresdner Zwinger. Aber so ist das, man muss den Dingen mit einer gewissen Lockerheit begegnen. Mit Druck geht im Leben gar nichts (lacht).

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