„Bad Hersfeld liest ein Buch“ endete mit Gesprächen über Louise und Mathias Nolte

Offen und ehrlich

Vorleser: Sie alle trugen zum Gelingen der Leseaktion bei. Vorne sitzend Mathias Nolte und Sandra Kegel. Foto: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Eine Lesung mit Gesprächsrunde und Musik beendete am Freitagabend in der Schilde-Halle die Veranstaltungsreihe „Bad Hersfeld liest ein Buch“. Über vier Monate lang wurde der Roman „Louise im blauweiß gestreiften Leibchen“ von Mathias Nolte gelesen und zum Stadtgespräch.

„Was hier alles abgegangen ist, besonders in den Schulen, hat mich tief beeindruckt“, sagte der Schriftsteller, der in der vergangenen Woche viele Veranstaltungen besucht hat. Er habe die Zeit in Hersfeld genossen, auch wegen des Besuchs des Wortreichs und des Stiftsbezirks.

Viele Zuschauer

In der Schilde-Halle war nun zum Abschluss eine große Zuschauerschar neugierig auf die Person Mathias Nolte. Sandra Kegel, Feuilleton-Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, gelang es als Moderatorin geschickt, den redseligen Autor zu launigen Bemerkungen zu bewegen. „Wenn ich mir eine Frau aussuchen könnte, dann wäre es Louise“, bekannte Nolte. Das verwundert nicht, denn diese aufreizende Romanfigur vereinigt alle typischen „Traumfrau“-Ideale. Was ihn aber auch fasziniert, sei ihre Direktheit, ihre Unkompliziertheit und der Mut, das zu tun, was man möchte.

„Manchmal muss man etwas riskieren“, ist ihr Motto. Für den langjährigen Journalisten Nolte, der 2002 seinen Stuhl als Chefredakteur des Schweizer „SonntagBlicks“ räumen musste, als die Berichterstattung dieses Blattes den damaligen Botschafter Thomas Borer zu Fall brachte, trifft diese Lebenseinstellung auch zu.

Sein Faible für Louise

Noltes Faible für Louise, sein Interesse an Berlin, seine Liebe zu Paris, die Erinnerungen an die Wohnung seiner Oma, die Figur des Max Noske mit denselben Initialen, wie sie sein Name hat, Nolte legt viele Spuren zu seiner eigenen Person im Roman. „Am meisten habe ich von Noske, was nicht immer schmeichelhaft ist“, bekennt er. Auch, dass er das Titelbild seines Buches nicht mag, gab er zu. „Ich habe von Schülern und Schülerinnen Bilder gesehen, die hätten viel besser auf den Einband gepasst“.

Sehr offen und ehrlich stand Nolte Rede und Antwort, wofür er am Ende viel Applaus bekam. Ein großer Andrang vor allem jugendlicher Menschen, die sein Buch signiert haben wollten, verlängerte seinen Einsatz in Hersfeld. Die Buchauswahl war offensichtlich gut, denn der flüssige, unterhaltende Schreibstil gepaart mit Spannung und Liebe traf den Geschmack vieler. Das ist ja die Absicht der Hersfelder Leseaktion. Es mache den Charme der Initiative aus, „dass individuelles Erleben des Buches zu einem kollektiven wird“, würdigte Bürgermeister Thomas Fehling das Ergebnis.

Alle auf die Bühne

Zum Ende, nachdem nochmals vier Musiker der Musikschule des Landkreises aufgespielt hatten, kamen mit Sandra Rudolph (stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek) und Dr. Thomas Handke, Vorsitzender des Kulturausschusses, alle Mitwirkenden der Aktion, auch die vielen Vorleser und Vorleserinnen, auf die Bühne.

Von Vera Hettenhausen

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